U20-WM – Tag 2: Lasch beendet Zehnkampf auf tollem Rang 7, großartiger Diessl im Hürden-Finale

Am Dienstag stand in Cali/COL der zweite Tag der U20-Weltmeisterschaften auf dem Programm. Vom ÖLV-Team waren wieder drei Athleten im Einsatz, Enzo Diessl schaffte als starker Sechster den Aufstieg ins Finale über 110m Hürden, Matthias Lasch beendete den Zehnkampf nach toller Aufholjagd am zweiten Tag auf dem großartigen Rang 7 und Stabhochspringer Alexander Auer absolvierte seine Qualifikation.

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Lasch beendet Zehnkampf auf tollem Rang 7

Zehnkämpfer Lasch weiter auf Rang 16

Weiter ging es im Zehnkampf heute Vormittag mit den 110m Hürden und dem Diskuswurf. Und ähnlich wie Teamkollege Enzo Diessl gestern hatte auch Matthias Lasch (TGW Zehnkampf Union) Probleme bei der Hürdenüberquerung. Die erste traf er mit dem Schwungbein, bei der zweiten blieb er mit dem Nachzugsbein hängen und konnte einen Sturz gerade noch verhindern. Der Rest des Rennens war ein Kampf den Rhythmus wieder zu finden, in Anbetracht der Schwierigkeiten war die Zeit mit 15,21s (0,7) noch überraschend gut und lag nur 17/100s über der PB des Oberösterreichers. Ein kleiner Rückfall auf Zwischenrang 18 nach sechs Disziplinen war die Folge.

Im folgenden Diskusbewerb konnte der wurfstarke 17-Jährige nach einigen Startschwierigkeiten im dritten Versuch so richtig aufdrehen und mit 41,32m eine neue persönliche Bestleistung aufstellen.

Der Scharnsteiner liegt in der Gesamtwertung nach sieben Disziplinen des Zehnkampfes mit 5.280 Punkten auf Rang 16 unter 27 Teilnehmern und hat damit immer noch gute Chancen auf eine neue Zehnkampf-PB. In Führung liegt weiterhin Gabriel Emmanuel (NED) mit 6.091 Zählern.

Der Zehnkampf wird Dienstag Nachmittag (Ortszeit) mit den restlichen drei Disziplinen abgeschlossen.

„Heute war schon um 5:15 Tagwache, trotzdem war das Aufwärmen sehr stressig, weil wir am Aufwärmplatz nicht viel Zeit hatten. Ich bin aber super aus der Startmaschine gekommen, leider habe ich dann die erste Hürde voll mitgenommen und bin über die zweite gerade so drüber gekommen. Dann habe ich noch halbwegs in den Lauf reingefunden, aber trotzdem war das nicht gut. Zu Beginn des Diskuswurfes hatte ich etwas Probleme mit dem Grip, das kenn ich von mir gar nicht. Die 41 Meter sind ganz ok, helfen mir in der Gesamtwertung aber jetzt nicht wirklich nach vorne.“

Auer scheitert in der Stabhochsprung-Qualifikation

Ein Wettkampf zum Vergessen war die heutige Qualifikation für Stabhochspringer Alexander Auer (TGW Zehnkampf Union). Der Oberösterreicher konnte in Cali nach Magenproblemen und leichtem Fieber nichts von seiner ausgezeichneten Form der letzten Wochen zeigen und schaffte mit 4,75m nur eine gültige Höhe, bei 4,90m war nach drei Fehlversuchen bereits wieder Schluss. Damit blieb der 17-Jährige um 35cm unter seiner erst kürzlich aufgestellten Bestleistung und der erträumte Aufstieg ins Finale der Top-12 war an diesem Tag kein Thema, es kommt ein 19. Rang in die Endwertung.

„Ich bin froh heute überhaupt springen zu können, ich hatte eine leichte Lebensmittelvergiftung. Natürlich schade, weil man mit 5,05 ins Finale gekommen ist.“

Lasch beendet Zehnkampf nach toller Aufholjagd auf Rang 7

Am Nachmittag standen für Matthias Lasch (TGW Zehnkampf Union) die letzten drei Disziplinen des Zehnkampfes auf dem Programm, und dabei kam er so richtig in Schwung. Im Stabhochsprung benötigte der Oberösterreicher bei seiner Einstiegshöhe von 4,10m zwar drei Versuche, dann lief es aber ausgezeichnet und die weiteren Höhen von 4,20m, 4,30m und 4,40m würde souverän übersprungen. Und schließlich gelangen ihm auch noch die 4,50m, die neue PB bedeuteten, im dritten Versuch. Nur fünf Konkurrenten sprangen an diesem Tag höher, ein Vorstoß auf Rang 12 war die Folge. Dann kam mit dem Speerwurf die Spezialdisziplin des 17-Jährigen, mit großartiger neuer PB von 67,66m warf er ganz im Stil und der Tradition seines Jugendtrainers Georg Werthner fast zehn Meter weiter als der nächstbeste Athlet, plötzlich lag er damit auf Zwischenrang 6. Im abschließenden 1500m-Lauf fightete der junge Scharnsteiner bis zur Ziellinie und blieb mit 4:49,52min nur knapp über seiner PB.

Mit insgesamt starken 7.516 Punkten verbesserte Matthias Lasch seine bisherige Zehnkampf-Bestleistung um nicht weniger als 286 Zähler und belegte damit in der Gesamtwertung den ausgezeichneten 7. Platz unter 27 Teilnehmern. Auf Bronze fehlten am Ende gerade einmal 106 Punkte, sein Ziel Bester des Jahrganges 2004 zu werden hatte er damit aber erreicht, gute Aussichten für die U20-EM im kommenden Jahr also.

Der Sieg ging in neuer U20-Jahresweltbestleistung mit 7.860 Punkten an Gabriel Emmanuel (NED), der mit dem Kugelstoßen die Führung übernommen und diese nicht mehr abgegeben hatte.

„Es war mit den vielen Zusehern eine unglaubliche Atmosphäre, das wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Leider ist mir der erste Tag nicht wie gewünscht aufgegangen, der zweite Tag war dafür umso besser. Jetzt konnte ich mit den letzten drei Bewerben noch gut abschließen, es war insgesamt ein super Großereignis für mich.“

Sensationeller Enzo Diessl zieht mit Rekord ins Hürdenfinale ein

Mit einem etwas wackeligen Vorlauf war Enzo Diessl (SU Leibnitz) ins Semifinale über 110m Hürden eingezogen, dort zeigte er im ersten Heat aber wieder seine heuer schon mehrfach bewiesene Klasse. Diesmal gelang dem Steirer von Start bis ins Ziel ein flüssiger Lauf und als die Zeit mit 13,59s (0,3) bekanntgegeben wurde, war der Jubel im Lager der Österreicher natürlich groß, seinen eigenen ÖLV-U20-Rekord hatte er damit um 6/100s verbessert. Mit Rang 3 fehlte nur 1/100s auf Platz 2, der den direkten Aufstieg ins Finale bedeutet hätte. Jetzt hieß es warten, was die Konkurrenten in den zwei weiteren Semifinalläufen zustande brachten, denn über die Zeitregel wurden noch zwei weitere Plätze fürs Finale vergeben. Da aber nur mehr ein Hürdensprinter schneller als der Leibnitzer war, stand der Finaleinzug dann endgültig fest, die Erleichterung bei ihm war entsprechend groß. Wie schon in den Vorläufen waren Antoine Andrews (BAH) mit 13,39s und Matthew Sophia (NED) mit 13,43s eine Klasse für sich, alle anderen Finalisten liegen aber sehr knapp beisammen, der 18-Jährige Österreicher mit der sechstschnellsten Semifinalzeit mittendrin.

„Ich bin voll zufrieden, im Vergleich zu gestern war ich heute um Ecken besser. Dann war es ein richtiges Zittern ob es reicht, aber ich bin im Finale und super happy.“

Trainerin Beate Hochleitner: „Gestern lief es ja nicht ganz so ideal, aber heute hat Enzo alles umgesetzt woran wir gearbeitet haben. Ich bin richtig stolz auf ihn, vielleicht geht im Finale ja noch was.“

Absolutes Highlight des zweiten Wettkampftages war der U20-Weltrekord von Sieger Letsile Tebogo (BOT) mit 9,91s (0,8) im 100m-Finale.



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