Tiroler Ringer sind Medaillenhoffnung in Budapest

„Ich will Weltmeisterin werden“, ruft Martina Kuenz ihrem Trainer Benedikt Ernst entschieden entgegen. „Ich will Weltmeister werden“ setzen die beiden Ringer Daniel Gastl und Michael Wagner im Chor ein. Die MySportMyStory-Redaktion hat den RSC Inzing vor ihrer Abreise besucht. Seit Sonntag, 21. Oktober sind die drei Athleten bei der Weltmeisterschaft der Ringer in Budapest und werden wieder einmal alles geben.

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Von 20. bis 28. Oktober 2018 findet die Ringer-Weltmeisterschaft 2018 in Budapest statt. Insgesamt zehn Ringer und Ringerinnen nominierte der Sportausschuss des österreichische Ringsportverbands, die in der Hauptstadt Ungarns um die begehrten Medaillen kämpfen werden. Dabei stehen auch drei Tiroler Athleten vom RSC Inzing im Mittelpunkt: Daniel Gastl, Michael Wagner und Martina Kuenz. Eines noch vorweg: Zum Start der Ringer Weltmeisterschaften in Budapest hat Österreichs Bewerber Wals-Siezenheim (Salzburg) den Zuschlag für die U23-Europameisterschaften vom 13. bis 18. Juli 2020 erhalten.

U23- Vizeeuropameisterin Martina Kuenz

„Nothing is impossible, the Worl itselfs says „I´m Possible!“ (Anmerkung: Nichts ist unmöglich, das Wort selbst sagt, ich bin möglich) ist ihr Motto und auch sonst verbindet sie mit Zitatgeberin Audrey Hepburn nicht nur der Ehrgeiz: Die Rede ist von Ausnahmeringerin Martina Kuenz.

2016 war ein sehr erfolgreiches Jahr für das Aushängeschild des RSC Inzing, Martina Kuenz. Mit der Silber-Medaille bei der U23 EM in Ruse (BUL) bestätigte Kuenz eindrucksvoll ihr ringsportliches Talent, gepaart mit dem eisernen Siegeswillen. "Die harte Vorbereitungsarbeit hat sich bezahlt gemacht“, so der überaus glücklicher Bundestrainer Benedikt Ernst nach dem Sieg im Finale. Für Kuenz ist es nach 2010 bereits die dritte Medaille bei Europa- und Weltmeisterschaften.

Im Jahr 2017 konnte die Ausnahmeathletin beim Weltcup in Paris das erste Top-Ergebnis einfahren. In einem harten Kampf um die Bronzemedaille gegen Irina Kratysh (ISR) musste sich Kuenz am Ende mit einem 5. Platz zufriedengeben. "Die Bronzemedaille wäre drinnen gewesen", sagte ÖRSV Sportdirektor Jörg Helmdach damals, der aber mit dem 5. Platz trotzdem sehr zufrieden war. Kurz darauf konnte Kuenz bereits den nächsten Erfolg auf ihrem Konto verbuchen, den Sieg des „GP von Österreichs.“ Bundestrainer Benedikt Ernst ist mit dem 5. Platz von Paris und dem GP- Erfolg mehr als zufrieden und hofft, dass Martina auch heuer wieder in die Medaillenränge vordringen kann.

Am Dienstag, 23. Oktober beginnen die Bewerbe der Frauen-Freistil in Budapest

Für den Österreichischen Ringsportverband sind Oleksandra Kogut vom KSV Götzis bis 50 kg und Martina Kuenz vom RSC Inzing bis 72 kg am Start. Beide trainieren unter den Fittichen von Bundestrainer Ernst Benedikt. Der Verband teilte in einer Presseaussendung mit: „Die größten Chancen des Verbandes hat unsere Polizeisportlerin aus Innsbruck und EM 3. 2018, sowie WM 5. 2017 Martina Kuenz vom RSC Inzing, die in der Klasse bis 72 kg in Budapest an den Start gehen wird. Sie hatte eine sehr gute Vorbereitung und wird sicher wieder für Furore sorgen“, ist sich Helmdach sicher.

 

Heeressportler Michael Wagner möchte voll angreifen

Der Polizeisportler Michael Wagner befindet sich derzeit in Topform. „fight4success“ ist seit dem Beginn seiner Profikarriere nicht nur sein Motto, sondern gleichzeitig sein erklärtes Ziel. Bei der WM in Budapest wird Wagner in der Klasse bis 82 kg fighten. Wagner ist sechsfacher Staatsmeister. Sein größter Erfolg war der 8. Platz bei der WM 2017 in Madrid. Michael wird am Donnerstag, 25. Oktober das erste Mal in den Ring steigen.

6- facher Staatsmeister und 5x österreichischer Nachwuchsmeister

Michael Wagner steht auf der Matte seit er acht Jahre alt ist. „Es war im Jahr 2000, als ich beim RSC Inzing das erste Ringertraining absolviert habe. Einmal angefangen, konnte ich ohne nicht mehr leben. Anstelle in der Sandkiste, habe ich meine Kindheit damit verbracht, meine Gegner in einem fairen Kampf durch die Matte zu werfen“, erzählt der 26-Jährige und fügt hinzu: „Sechs Jahre später im Jahr 2006 konnte ich durch meine Leistungen bei den österreichischen Jugendmeisterschaften und durch meinen ersten Titel auf mich aufmerksam machen. In diesem Jahr kam es zur Aufnahme ins Nachwuchs-Nationalteam. Somit wurde der Grundstein für meine Sportkarriere als Profiringer gelegt. Im Jahr 2014 konnte ich mich gegenüber unzähligen Bewerbern durchsetzen und schaffte den Sprung als Spitzensportler bei der Polizei aufgenommen zu werden. Seitdem bestreite ich für die Polizei Lehrgänge und Wettkämpfe im In- und Ausland und bin stolz ein Teil davon sein zu dürfen“.

Hier noch ein Video-Link von Michael Wagner, reinschauen lohnt sich!

Auch Daniel Gastl will bei der WM wieder voll angreifen

„Der Gewinn einer Medaille bei den Olympischen Spielen ist mein größtes sportliches Ziel“, betont Daniel Gastl, der das Ringen seit 1998 professionell ausübt. 2017 wechselte der 25-Jährige als erster stolzer Österreicher in die deutsche Ringer-Bundesliga.

Der Tiroler Daniel Gastl ist Spitzensportler bei der Österreichischen Polizei, ist seit 2008 Teil der österreichischen Bundesliga und wechselte 2017 als erster Österreicher in die deutsche Bundesliga. „Deutschland hat die stärkste Liga in Europa. Das ist wie die Champions League im Fußball“, erklärte Gastl in einem Interview. „Es war der richtige Schritt für die Weiterentwicklung meiner Karriere. Die Bayern haben meine sportlichen Erfolge schon länger verfolgt und haben mir das Gefühl gegeben, dass sie mich unbedingt wollen. Und der Verein ist nicht aus der Welt. In zwei Stunden bin ich über den Fernpass dort,“ weiß Gastl, der nun Mitglied beim Allgäuer Traditionsverein TSV Westendorf ist. Der Eintritt in die deutsche Liga soll für Daniel Gastl ein weiterer Schritt zu seinem Traum sein. „Der Gewinn einer Medaille bei den Olympischen Spielen ist mein größtes sportliches Ziel. Tokio 2020, ich werde alles geben!“

Der Vize-Junioren- und Vize-Studentenweltmeister vom RSC Inzing blieb seinem Verein und Trainer Klaus Draxl treu. „Ich bin mit meinem Heimatverein, dem RSC Inzing tief verwurzelt und ich wollte nie gegen meine Vereinskollegen ringen“, erinnert sich Gastl einige Jahre zurück. Der Ringer bekam jahrelang lukrative und vielversprechende Angebote aus Vereinen in ganz Österreich, so auch zum Beispiel vom Serienmeister AC Wals (Salzburg). Wenn man sich die Bilanz der deutschen Liga 2017 anschaut, dann wird das Talent des Tirolers einmal mehr klar: 13 Kämpfe/11 Siege/2 Niederlagen. Noch Fragen? Die einzige Frage, die sich für die WM in Budapest noch stellt ist, wie gut Gastl derzeit in Form ist? „Ich sehe unser Team für die Weltmeisterschaft gut vorbereitet. Ich bin momentan in bester Form und werde einmal mehr wieder alles geben, um mit einer WM-Medaille nach Hause zu kommen“, so Gastl vor seiner Abreise. Die WM-Medaillen-Hoffnung wird am Samstag, 27. Oktober das erste Mal in den Ring steigen.

Resümee zu den ersten beiden WM-Tagen aus Budapest

Am Auftakt-Wochenende lief es leider für die rot-weiß-roten Freistil-Ringer nicht ganz so gut wie erwartet. Nach Johannes Ludescher (KSK Klaus/bis 125 kg) am Samstag schieden am Sonntag auch Maximilian Ausserleitner (bis 65 kg), Amirkhan Visalimov (bis 79 kg/beide A.C. Wals) und Dominic Peter (KSK Klaus/bis 92 kg) nach Auftaktniederlagen frühzeitig aus. Wir sind gespannt was die drei Vorzeigeathleten vom RSC Inzing in den kommenden Tagen zeigen werden.

Programm für die kommenden Tage

Frauen-Freistil:

Martina Kuenz - 72kg
22.10 Auslosung
23.10. Vorrunde + Halbfinale
24.10 Hoffnungsrunde + Finalkämpfe
Oleksandra Kogut - 50kg
23.10 Auslosung
24.10. Vorrunde + Halbfinale
25.10 Hoffnungsrunde + Finalkämpfe

Männer Griechisch-Römisch:

Michael Wagner - 82kg
24.10 Auslosung
25.10. Vorrunde + Halbfinale
26.10 Hoffnungsrunde + Finalkämpfe

Daniel Gastl - 97kg
26.10 Auslosung
27.10. Vorrunde + Halbfinale
28.10 Hoffnungsrunde + Finalkämpfe




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