Time is what you make of it - Tamira Paszek feiert ihr Comeback

Sie ist zweifache Wimbledon-Viertelfinalistin, dreifache WTA-Turniersiegerin und die jüngste Staatsmeisterin in der ÖTV-Geschichte: Tamira Paszek. Im zarten Alter von 15 Jahren kürte sich die damalige Tennis-Jugendnachwuchshoffnung zur österreichischen Staatsmeisterin, der jüngsten in der Geschichte des ÖTV. Von 2005 bis Ende 2016 war Paszek im österreichischen Damentennis nicht wegzudenken. Nach einer Erkrankung musste Paszek schweren Herzens das Ende ihrer aktiven Karriere verkünden. Jetzt ist die ehemalige Nummer 26 der Welt wieder da, mental und körperlich stärker, als je zuvor. „Time is what you make oft it“, betont die hübsche Frohnatur und fügt hinzu: „Ich bin wieder da und will alles geben!“
Ein kleiner Rückblick auf eine bewegte Karriere…
Es war der 2. Juli 2005 als ein junges Talent die Tennisszene aufzumischt und beginnt Tennisgeschichte zu schreiben. Die Rede ist von der damals 15-jährigen Vorarlbergerin Tamira Paszek. Mit ihrem Finaleinzug beim Juniorenwettbewerb von Wimbledon sorgte Paszek erstmals 2005 für internationale Aufmerksamkeit.
Zuvor wurde Paszek im Frühjahr 2005 als Lokalmatadorin österreichische Staatsmeisterin und zwar die jüngste in der Geschichte des österreichischen Tennisverbandes. Im gleichen Jahr gab das Tennistalent ihr Debüt auf der WTA-Tour und konnte das mit 585.000 US-Dollar dotierte Match, überlegen für sich entscheiden. Dieser Sieg machte Paszek über Nacht zur größten Nachwuchshoffnung im Damentennis. Zu diesem Zeitpunkt ist sie die siebtjüngste Turniersiegerin in der WTA-Statistik. 
2011 konnte Tamira erneut einen Karrierehöhepunkt verzeichnen. In Wimbledon konnte sie sich souverän gegen die Titelfavoritin Francesca Schiavone (Italien) durchsetzen und zog zum ersten Mal in das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers ein.
Im Jahr 2014 schied Paszek in der zweiten Runde der Qualifikation für die Australian Open aus, im Laufe des Jahres rutschte sie in der Weltrangliste auf Rang 218 und scheiterte in der Qualifikation für die US Open. „Zu dieser Zeit war ich bereits immer wieder krank. Monate später stellte sich heraus, dass ich das Pfeiffersche Drüsenfieber hatte“, erinnert sich Paszek zurück. Und wie es im Leben manchmal so spielt, das Schicksal stellte seine Weichen und zwang Tamira dazu, sich sehr wohl intensive Gedanken zu machen, nämlich weitestgehend über ihre Gesundheit.

Vom Karrierehoch zum persönlichen Martyrium 
Tamira Paszek ist heute wieder gesund und das obwohl sie ein regelrechtes Martyrium hinter sich hat. „Irgendwann wurden meine Schmerzen chronisch. Es gab Tage da ging es besser und es gab Tage da habe ich es kaum mehr ausgehalten“, erinnert sich das Tenniswunder zurück. Tamira muss dringend operiert werden. Nach einer komplizierten Mandel-, Nebenhöhlen- und Kieferhöhlenoperation folgte nicht wie üblich Genesung, sondern es war der Start eines Leidensweges. „Ich dachte nach der Operation wird alles besser, aber dann bekam ich die Diagnose Trigeminusneuralgie(Anm. einer schmerzhaften Nervenerkrankung im Gesicht). Danach kam noch ein Nervengeschwulst im Fuß dazu“, erzählt Paszek mit gedämpfter Stimme. 
„Ich bin auf Empfehlung des Arztes viel unterwegs gewesen, viel in der Wärme und in der Sonne. Es war ganz gefährlich, ich durfte vier Monate gar keinen Sport machen. Ich hatte schon beim Stiegen gehen Herzrasen wegen den Medikamenten“, erinnert sich die Frohnatur an eine schwere Zeit zurück. Mimi, wie sie von ihren engsten Freunden genannt wird, kämpft sich sukzessive ins Leben zurück. „Bei einer Ausdauereinheit am Ergometer fragte ich mich: Wie würdest du dich fühlen, wenn du nicht mehr in Wimbledon spielen könntest?‘ Das hat mich sehr traurig gemacht und da war klar, dass ich auf jeden Fall weitermachen will“, ist sich Paszek sicher. Für die 27-Jährige steht fest: Ich will das erlebte hinter mir lassen und wieder neu durchstarten!
Und mit wem ginge das besser als mit „Jopo“ Pötschger, Personalcoach und Startrainer. 
Und Joachim Pötschger fügt hinzu: „Tamira hat das Talent im kleinen Finger. Da geht noch einiges“; weiß Pötschger. „Inwiefern kann ich nach zwei Jahren weg vom Tennis-Zirkus überhaupt noch leiden? Kann ich beim Training über meine Grenzen hinausgehen? Wo liegen meine Grenzen derzeit? Fragen, über Fragen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern Richtung ihrem Coach. Und dann fügt Paszek kämpferisch an: „Ich weiß, was ich kann, und muss niemandem mehr etwas beweisen.“
Obwohl Tamira Paszek schwere und von Krankheit geprägte Zeiten und Schicksalsschläge erlebt hat, haben die letzten Jahre rein gar nichts an ihrer Frohnatur verändert, ganz im Gegenteil: „Time is what you make of it“, sagt sie mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen.



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