Thiem zum zweiten Mal nach 2013 im Wien-Viertelfinale

Beim neunten Antreten, dem achten im Hauptbewerb, hat Dominic Thiem endlich wieder einmal das Viertelfinale des Erste Bank Open in Wien erreicht. Der topgesetzte Niederösterreicher besiegte den US-Amerikaner Sam Querrey am Donnerstag vor 8.300 Zuschauern in der Stadthalle nach 78 Minuten mit 6:4,6:4 und kämpft am Freitag gegen Kei Nishikori (JPN-5) um sein erstes Halbfinale bei seinem Heimturnier.

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Thiem nun gegen Nishikori

"Es war ein schwieriges Match. Ich habe drei gute Returngames gehabt im ganzen Match, habe ihn zweimal früh gebreakt in jedem Satz und habe das mehr oder weniger souverän bis zum Ende transportiert", meinte Thiem nach seinem 50. Match-Sieg in dieser Saison (bei 16 Niederlagen). Allerdings habe er sich das gesamte Match sehr unter Druck gefühlt. "Ich habe gewusst, wenn ich einmal ein bisserl nachlasse, dann kommt er sofort und wer weiß, wann ich ihn dann wieder breake", gestand Thiem. "Ich war glücklich und zufrieden als ich es in zwei Sätzen gemacht habe."

Die Leistung in der Stadthalle stufte er als eine seiner besten in Wien ein. "Aber das ist nicht so schwierig", meinte er schmunzelnd mit Gedanken an seine bisher magere Bilanz.

Nach dem zweiten Viertelfinal-Einzug seiner Karriere in Wien freute sich der Schützling von Günter Bresnik auf ein Duell mit Nishikori in der schon seit einiger Zeit ausverkauften Stadthalle. Also noch rund 1.000 Fans mehr als am Donnerstag werden am Nationalfeiertag Thiem anfeuern.

Gegen Nishikori wird es freilich wieder ein ganz anderes Match werden. "Es werden auf jeden Fall längere Rallyes dabei sein, es wird extrem schwierig. Er ist wieder sehr nahe an seiner Topform, die ihn damals bis in ein Grand-Slam-Finale, mehrere 1000er-Finali und bis auf Nummer 4 in der Welt gebracht hat", wusste der Lichtenwörther, der in Wien auf seinen insgesamt 12. ATP-Titel losgeht.

Es ist auch das direkte Duell um Punkte für das Race to London, Nishikori ist ja einer der Verfolger Thiems um einen Platz beim ATP-Saison-Showdown in London. Im Head-to-Head mit Querrey stellte Thiem nun auf 3:1, gegen Nishikori könnte er mit einem Sieg am Nationalfeiertag (nicht vor 14.30 Uhr/live ORF Sport +) auf 2:2 ausgleichen.

Mit Blick auf das Match seines Race-Verfolgers John Isner (USA-4) gegen Gael Monfils drückte Thiem dem Franzosen die Daumen. Und das hat sich ausgezahlt. Denn der ungesetzte Publikumsliebling besiegte im letzten noch offenen Einzel-Achtelfinale den als Nummer 4 gesetzten US-Amerikaner mit 6:4,6:4. Damit kann Isner, der in Wien noch voll für das ATP-Race punkten konnte, nur wenig Boden auf Thiem gutmachen.

Nishikori hat der Weltranglisten-Siebente im Frühjahr im Achtelfinale bei den French Open mit 6:2,6:0,5:7,6:4 bezwungen. "Ich habe heuer schon ein richtig gutes Match gegen ihn gespielt und versuche daraus ein bisserl was mitzunehmen", versprach Thiem, der zuvor gegen Querrey eine beim Return deutlich stärkere Leistung als zum Wien-Auftakt gezeigt hatte. Und die war gegen den starken 1,98-m-Aufschläger auch nötig. Zwei frühe Breaks in beiden Sätzen, jeweils zum 2:1, ebneten den letztlich sicheren Erfolg über den Weltranglisten-56.

Lediglich im zweiten Durchgang bei 3:2 geriet Thiem beim eigenen Aufschlag selbst ins Trudeln, und musste die einzigen drei Breakbälle des Matches abwehren.

Die Fans bescheren Thiem nach wie vor Gänsehaut-Momente, daran werde er sich nie richtig gewöhnen, bekannte er. "Das wird nie zur Routine. Wenn ich einen guten Punkt spiele, ist die Stimmung unglaublich. Nach dem Matchball die Feierlichkeiten sind herrlich, das ist sehr schön."

Mitgefühl zeigte Thiem mit Jürgen Melzer, dessen Einzelkarriere in Wien mit einer bitteren Absage wegen einer Magenerkrankung geendet hat. "Es tut mir sehr leid und sehr weh für den Jürgen, weil er gegen Raonic wirklich gut gespielt hat und auch gegen Anderson etwas drinnen gewesen wäre. Er hat so viel für den Tennis-Sport in Österreich gemacht, dass der Abgang komplett unverdient ist", erklärte Thiem. Vielleicht könne er ja noch ein Einzelturnier spielen, damit er das ausmerzen könne. "Zu vergönnen wäre es ihm definitiv."




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