Thiem meisterte erste French-Open-Hürde mit Mühe

Dominic Thiem hat am Montag die erste Hürde bei den French Open mit einiger Mühe genommen. Der als Nummer 4 gesetzte Niederösterreicher besiegte den mit einer Wildcard bedachten US-Amerikaner Tommy Paul nach 2:30 spannenden Stunden mit 6:4,4:6,7:6(5),6:2. Thiem trifft nun frühestens am Mittwoch im Kampf um einen Platz in der Runde der letzten 32 auf den Kasachen Alexander Bublik.

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Thiem mühte sich in Runde zwei

Thiem stand dabei im Tiebreak des dritten Satzes schon mit dem Rücken zur Wand, als er mit 0:4 in Rückstand geraten war. "Es war das ganze Match richtig schwer, aber das ist an mir gelegen. Ich war nervös, angespannt und bin nur schwer aus den Startlöchern gekommen", gestand der Vorjahresfinalist nach dem harten Stück Arbeit.

"Das Tiebreak war ein Wahnsinn, das gewinne ich einmal aus zehnmal, das war der Schlüssel", wusste auch Thiem, der erst mit den ersten Breakbällen des Matches zum 6:4 die 1:0-Satzführung geschafft hatte.

Paul ließ sich aber nicht abschütteln, war bei seinen eigenen Aufschlägen in der Folge ungefährdet und nutzte seinerseits den einzigen Breakball des zweiten Durchgangs zum 4:3. Paul stellte nach 68 Minuten den Satzgleichstand her. Der umkämpfte dritte Satz brachte neuerlich kaum Chancen für die Rückschläger, bei 3:3 wehrte aber Thiem einen Breakball ab.

"Ich bin kämpferisch gut drangeblieben und habe mich spielerisch freigespielt. Ich habe Höhen und Tiefen erlebt. Jetzt bin ich sicher drinnen im Turnier. Ich war nicht ganz auf der Höhe, aber man sieht, wie sie alle spielen können", resümierte Thiem. Nach dem gewonnenen Tiebreak merkte man dem 22-jährigen US-Amerikaner, der 2015 das Juniorenturnier der French Open gewonnen hatte, dann doch Müdigkeit an.

"Ich bin froh, dass ich die erste Runde überstanden habe und das Match in eine gute Partie umgedreht und in vier Sätzen gewonnen habe", erklärte Thiem, der sich erstmals auf dem Court auf Französisch beim Publikum bedankt hatte. Im Kampf um einen Platz in der Runde der letzten 32 trifft er auf den Kasachen Alexander Bublik. Gegen den Weltranglisten-91. hat der Vorjahresfinalist wie zuvor gegen Paul auch noch nie gespielt.

Sehr nervös bedankte er sich im Interview mit Ex-Weltklassemann Fabrice Santoro erstmals auch auf Französisch. Auf die Frage, ob er da sogar nervöser war, musste er lachen. "Schon noch während dem Match, weil da ist mehr auf dem Spiel gestanden, aber ich habe es versucht. Zum Glück war der Platz nicht mehr so voll, die meisten schon gegangen", sorgte Thiem für Gelächter im Interview-Raum Nummer 1 und fügte hinzu, "die haben das Grauen schon kommen sehen. Es war schwer, ich habe es mir einfach vorgestellt, weil so kann ich schon ganz gut reden, aber vor den ganzen Leuten ist es tougher."

Topfavorit Rafael Nadal hatte zuvor sein erstes Match so souverän wie erwartet hinter sich gebracht. Der spanische Weltranglisten-Zweite, der in Roland Garros das Dutzend an Triumphen komplett machen will, stellte seine Paris-Bilanz auf 87:2-Siege. Daran konnte ihn auch der deutsche Qualifikant Yannick Hanfmann nicht hindern. Nach 1:57 Stunden setzte sich Nadal 6:2,6:1,6:3 durch.

Auch in seinem massiv umgebauten "Wohnzimmer", dem neu errichteten Court Philippe Chatrier, fühlte sich Nadal von Beginn an pudelwohl. "Um ehrlich zu sein, das Gefühl auf diesem Court war kein großer Unterschied. Für mich war es das Gleiche. Visuell gibt es ein paar kleine Unterschiede, aber vom Tennis her war es gleich", ist "Hausherr" Nadal zufrieden.

Von seinem Tennis her war er für eine erste Runde zufrieden. "Ich habe viele Dinge gut und nicht viele Fehler gemacht. Ich bin froh, ohne Satzverlust in der zweiten Runde zu sein, das ist heute das Wichtigste." Nadal hält nun bei im "best of five"-Modus ausgetragenen Sandplatz-Matches bei einer unglaublichen 112:2-Bilanz. Seine einzigen Niederlagen sind allein wegen dieses Umstandes legendär: 2009 im Achtelfinale gegen den Schweden Robin Söderling und 2015 im Viertelfinale gegen Novak Djokovic - beide in Roland Garros.

Novak Djokovic meisterte die Aufgabe gegen den starken Polen Hubert Hurkacz (ATP-44.) mit Bravour. Der Weltranglisten-Erste gewann 6:4,6:2,6.2 und unterstrich seine Ambition auf den neuerlichen Gewinn eines vierten Grand-Slam-Titels in Serie. "Ich habe große Ziele, das ist kein Geheimnis", bekräftigte der Serbe.

Bei den Damen hatte die Weltranglisten-Sechste Petra Kvitova den zweiten Tag des Sandplatz-Majors mit schlechten Nachrichten eröffnet. Wenige Stunden vor ihrem Auftaktmatch gegen die Rumänin Sorana Cirstea musste sie sich aus dem Turnier zurückziehen. Die zweifache Wimbledonsiegerin und diesjährige Australian-Open-Finalistin musste wegen einer Unterarm-Verletzung absagen. "Ich bin so enttäuscht, dass ich meinen Rückzug verkünden muss. Ich habe seit ein paar Wochen Schmerzen in meinem linken Unterarm und vergangene Nacht zeigte ein MRI eine Zerrung zweiten Grades, die leider schlechter werden könnte, wenn ich heute spiele", schrieb Kvitova auf Twitter.

Serena Williams verzeichnete keinen problemlosen Auftakt. Die US-Amerikanerin, die eine Egalisierung des Grand-Slam-Rekords von Margret Court (24 Titel) anstrebt, musste gegen die Russin Witalja Djatschenko (WTA-Nummer 88) über drei Sätze gehen. "Am Anfang hatte ich Angst, es war nicht einfach heute", sagte die 37-Jährige nach dem 2:6,6:1,6:0-Erfolg.

Mitfavoritin Kiki Bertens hatte mit der Französin Pauline Parmentier beim 6:3,6:4 einen guten Start ins Turnier. Die Niederländerin ist in Paris als Nummer vier gesetzt und versucht die Gedanken an ihre Chancen eher zu verdrängen. "Ich weiß, was ich schaffen kann, aber ich weiß auch, dass ich schon in der nächsten Runde verlieren könnte." Die Slowakin Viktoria Kuzmova sollte für die Paris-Semifinalisten 2016 in Runde zwei aber ebenfalls kein Problem darstellen.




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