Thiem besiegte Nadal im Barcelona-Halbfinale

Dominic Thiem hat am Samstag einen historischen Erfolg gefeiert. Der 25-jährige Niederösterreicher avancierte zum ersten Spieler überhaupt, der Rafael Nadal im Halbfinale oder Finale des mit mehr als 2,7 Millionen Euro dotierten Tennis-ATP500-Turniers in Barcelona besiegen konnte. Thiem setzte sich in der Vorschlussrunde gegen den topgesetzten Spanier nach starker Leistung verdient 6:4,6:4 durch.

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Riesenerfolg für Dominic Thiem in Barcelona

Der als Nummer drei gesetzte ÖTV-Star verkürzte nach einem packenden Fight im Head-to-Head mit dem "Sandplatzkönig" und elffachen Barcelona-Sieger auf 4:8. Seit 2016 gelang ihm jedes Jahr (2016 Buenos Aires, 2017 Rom, 2018 Madrid) ein Triumph gegen den ehemaligen Weltranglistenersten. Alle Siege feierte Thiem auf Sand. Er ist damit der einzige Spieler auf der Tour neben dem Serben Novak Djokovic (sieben Siege), der Nadal auf diesem Belag zumindest viermal besiegt hat. "Ich bin sehr stolz, weil er der bester Spieler aller Zeiten auf dem Belag ist. Wir hatten immer großartige Matches, heute wieder, ich war einfach der Glücklichere", resümierte Thiem in einem ersten Interview auf dem Court.

Sein Finalgegner am Sonntagnachmittag ist der Russe Daniil Medwedew, der gegen den Japaner Kei Nishikori mit 6:4,3:6,7:5 die Oberhand behielt. Thiem kämpft dabei um seinen 13. Titel auf der Tour, den neunten auf Sand. Seinen bisher einzigen Turniersieg 2019 holte er in Indian Wells auf Hartplatz. Unabhängig vom Ausgang sind ihm 253.000 Euro an Preisgeld und 300 Weltranglistenpunkte bereits sicher. Thiem wird in jedem Fall Fünfter in der Rangliste bleiben.

Beide Akteure starteten mit je zwei souveränen Aufschlagsspielen in die Partie, danach übernahm Thiem klar die Initiative, agierte mutiger und stellte Nadal mit extrem druckvollen Schlägen vor große Probleme. Der Niederösterreicher erarbeitete sich die ersten drei Breakchancen und verwertete die letzte davon aufgrund eines Doppelfehlers des Spaniers zum 3:2. Zu-Null zog er in der Folge auf 4:2 davon und war weiter in Fahrt. In einem Marathon-Game ließ Österreichs Nummer eins aber gleich vier Breakmöglichkeiten aus und zog nach fast einer Viertelstunde doch noch den Kürzeren.

Bei eigenem Aufschlag zeigte Thiem dennoch keine Nerven, ließ im ganzen ersten Satz keine Breakchance zu und servierte mit seinem zweiten Satzball zum 6:4 aus. Der Gewinn des Satzes war leistungsgerecht, Thiem hatte in den meisten Statistiken die Nase vorne. Er schlug mehr Winner (11:9), ihm unterliefen weniger unerzwungene Fehler (13:15) und auch beim Aufschlag (2:0-Asse/0:4-Doppelfehler) hinterließ er den besseren Eindruck.

Gleich nach Wiederbeginn nahm die ohnehin enorm spannende Partie nochmals an Hochklassigkeit zu. Thiem hätte einen Start nach Maß hinlegen können, Nadal wehrte aber zwei Breakchancen des ÖTV-Spielers stark ab. Thiem ließ es weiter nicht so weit kommen, auch aufgrund eines tollen Rückhand-Winners, der die erste Chance Nadals auf einen Gamegewinn bei Aufschlag Thiems verhinderte.

Der 32-jährige Spanier hatte bei seinem Aufschlag immer wieder deutlich mehr Mühe, auch da Thiem das eine oder andere Mal mit sehenswerten Stoppbällen für Aufsehen sorgte. Beim Stand von 2:2 erarbeitete sich Thiem mit einer einhändigen Rückhand zwei Breakbälle und nutzte die zweite davon dank eines leichten Vorhandfehlers von Nadal. Es sollte vorentscheidend sein.

Thiem schwächelte nur kurz vor dem Ausservieren, geriet da mit 0:40 in Rückstand. Mit einem Netzangriff, Stopp und Ass kämpfte er sich aber zurück ins abschließende Game und verwertete nach etwas mehr als zwei Stunden gleich seinen ersten Matchball. Der Ranglistenzweite Nadal hatte zuvor in 22 Partien in Barcelona in den entscheidenden beiden Runden nur einen Satz abgeben müssen.

Thiem ist in Barcelona weiter ohne Satzverlust, nachdem er zuvor Diego Schwartzman, Jaume Munar und Guido Pella ausgeschaltet hatte. Die Finalteilnahme in Barcelona ist keine Premiere, 2017 hatte er gegen Nadal mit 4:6,1:6 verloren. Der Lichtenwörther könnte in die Fußstapfen von Thomas Muster treten, der in Barcelona 1995 und 1996 den Titel geholt hat. "Ich liebe das Turnier und will morgen noch einen weiteren Schritt machen, aber Daniil ist in der Form seines Lebens", rechnete Thiem mit harter Gegenwehr des als Nummer sieben gesetzten Russen. Die Partie startet nicht vor 16.00 Uhr und wird live auf Sky und ServusTV übertragen.




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