Teamchefin Susie Wolff suchte "neue Herausforderung"

Susie Wolff, geborene Stoddart, ist im Motorsport schon immer eigene Wege gegangen. Als Teamchefin des Formel-E-Teams Venturi ist die Ehefrau von Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff nun ebenfalls in einer weltweiten Serie maßgeblich verantwortlich. Beim Saisonauftakt am Samstag in Diriyah/Riad trifft sie auf alte Bekannte, denn einer ihrer beiden Piloten ist der Ex-Formel 1-Fahrer Felipe Massa.

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Das Team von Susi Wolff mit Fürst Albert

Mit der Formel 1, meinte Susie Wolff im APA-Interview, könne man die Formel E nicht vergleichen. Einen Konkurrenzkampf der Serien sieht sie nicht. "Es wird immer Platz für beide geben, sie sind völlig verschieden und jede auf ihre Art einzigartig. Ich denke, sie ergänzen sich und es gibt genug Fans für beide", meinte die frühere DTM-Pilotin und Entwicklungsfahrerin beim Williams Formel-1-Team, die bei dem in Monaco ansässigen Venturi-Team auch Gesellschafterin ist.

Die "neue Herausforderung" war es, die Wolff dazu bewogen hat, ein neues Kapitel aufzuschlagen. "Die Serie hat Potenzial und befindet sich in einer wirklich aufregenden Entwicklungsphase. Sie betritt Neuland, was Innovation und Nachhaltigkeit betrifft", sagte die Schottin. Das Konzept der Formel E sieht Eintagesveranstaltungen vor, was Wolff "kompakt und finanziell machbarer" nennt. Zudem sei sie offener für Fans und familienfreundlicher. "Die Standorte sind sehr zentral. Ich kann verstehen, warum die Formel E einen jüngeren, eher familienorientierten Markt anspricht."

Edoardo Mortara und Felipe Massa bilden die Fahrerpaarung bei Venturi, das Team verfolgt einen längerfristigen Plan. "Ich glaube, dass Felipe und Edo zu den stärksten Fahrer-Paaren der Formel E zählen. Wir haben eine dreijährige Vision für das Team. Im ersten Jahr wollen wir konstant Punkte sammeln und das Team weiterentwickeln", sagte Wolff.

Eingesetzt werden Boliden der nächsten Generation, dank verbesserter Batterieleistung ist kein Fahrzeugtausch mehr notwendig. "Ich denke, dass die Gen2-Autos den Sport für mehr Fans attraktiver und die Serie glaubwürdiger machen, da sie die technologische Entwicklung in so kurzer Zeit zeigen." Mehr Leistung und doppelte Reichweite sowie die Einführung des Angriffsmodus (vorübergehende Erhöhung von 200 kW auf 225 kW) sollen für Abwechslung und Spannung sorgen.

Im aktuellen Fahrerfeld von 22 Piloten befindet sich keine Frau. Das könnte sich in Zukunft ändern, sieben werden am Sonntag Testfahrten bestreiten. "Die Formel E macht einen guten Job, weibliche Talente zu gewinnen. Die offiziellen Testfahren in Diriyah sind ein hervorragendes Beispiel dafür, aber es gibt noch viel zu tun", sagte Wolff, die nach ihrem Rücktritt vom Wettkampfsport mit Unterstützung der britischen Motorsportbehörde "Dare to be different" gegründet hat. Dort sollen weibliche Talente im Motorsport gefördert und die nächste Generation inspiriert werden. Nicht nur fürs Fahren, sondern für Aufgaben in allen Ebenen der Motorsportindustrie, hoffte Wolff.




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