Team Europa nach Thiem-Niederlage im Laver Cup 7:11 zurück

Dominic Thiems erste Niederlage im dritten Duell mit Taylor Fritz hat das Team Europa beim Laver Cup in Genf unerwartet mit 7:11 ins Hintertreffen gebracht. Nachdem schon das Doppel zu Beginn des Schlusstages des Teambewerbs an die Crew von Kapitän John McEnroe gegangen war, konnte Thiem für das Team Europa das Blatt nicht wenden. Der 26-Jährige unterlag Fritz 5:7,7:6(3),5:10.

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Thiem kämpfte hart, musste sich aber geschlagen geben

Damit standen die vom Schweden Björn Borg betreuten Europäer in den verbleibenden Einzeln unter Siegzwang, um die höchste Führung für ein Team Welt in der Laver-Cup-Geschichte umzudrehen. Zunächst hatte der Schweizer Roger Federer vor Heim-Fans gegen den US-Amerikaner John Isner anzutreten, für das letzte Einzel war Alexander Zverev gegen den Kanadier Milos Raonic eingeplant. Im Doppel hatten Federer/Stefanos Tsitsipas (GRE) gegen Isner/Jack Sock (USA) verloren.

Thiem war unerwartet zu seinem zweiten Einsatz an diesem Wochenende gekommen. Nach seinem Sieg im Eröffnungseinzel im Match-Tiebreak gegen den Kanadier Denis Shapovalov war er nicht mehr nominiert, musste dann aber für den an einer Entzündung in der Hand laborierenden Spanier Rafael Nadal einspringen. Auch der ursprüngliche Gegner stand mit dem Australier Nick Kyrgios nicht auf dem Platz. McEnroe stellte stattdessen Fritz für dieses wichtige Match auf.

Die davor gespielten Duelle mit Fritz hatte Thiem jeweils bei den US Open gewonnen. 2017 in der zweiten und 2018 in der dritten Runde setzte sich der Niederösterreicher jeweils in vier Sätzen durch. Ausschlaggebend für die erste Niederlage gegen den 21-jährigen Kalifornier war die schlechte Chancenauswertung. Keinen seiner sieben Breakbälle nutzte Thiem, Fritz auch nur einen von acht. Der reichte aber zum Gewinn des ersten Satzes, danach entschied eben jeweils ein Tiebreak.

Schon in den ersten beiden Returnspielen hatte Thiem einige Breakchancen, so richtig bitter wurde es für den 26-Jährigen aber bei bzw. ab 5:5. Nachdem sich der Weltranglistenfünfte als Rückschläger ein 40:0 erarbeitet hatte, vergab er alle drei Chancen auf das vielleicht entscheidende 6:5. Danach kam der zweifache French-Open-Finalist bei seinem Aufschlag ins Hintertreffen, wehrte sich noch nach Kräften, der fünfte Satzball von Fritz saß aber per Rückhand-Passierschlag.

Einen Breakball Thiems auch gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs beantwortete Fritz mit einem seiner zehn Asse, sein Gegenüber kam da übrigens auf sechs Stück. Jubel auf und bei Europas Bank - die Europäer haben beide bisherigen Auflagen gewonnen - unter den mitfiebernden Federer, Nadal, Zverev, Tsitsipas, Fabio Fognini (ITA), Ersatzspieler Robert Bautista Agut (ESP) und natürlich Borg brandete auf, als Thiem bei 1:2 und 0:40 mit fünf Punkten en suite zum 2:2 ausglich.

In der Folge ging es ins Tiebreak, in dem der zuletzt wochenlang gesundheitlich angeschlagen gewesene Österreicher rasch für klare Verhältnisse sorgte. Da ließ es sich auch verschmerzen, dass nach einer 6:1-Führung erst der dritte Satzball saß. Thiem nahm das Momentum vorerst auch mit, lag im Match-Tiebreak mit Mini-Break 2:1 in Front. Dann aber kam Fritz in Fahrt, distanzierte seinen Gegner mit starken Bällen mit 8:3, ehe er bei 9:5 seinen ersten Matchball verwertete.

Fritz sprach danach von seinem wichtigsten Sieg. "Es bedeutet so viel mehr, wenn man für ein Team spielt", erklärte der Weltranglisten-30. Er habe erst zwei Stunden vor dem Match von seinem Einsatz erfahren. Schulterprobleme hatten das Out von Kyrgios verursacht. Glücklich war auch McEnroe: "Erwarte das Unerwartete", meinte der 60-Jährige. "Noch ein Sieg, und wir haben es." Davor hatte das Team Europa beklagt, dass es zu spät von der Umstellung von Team Welt erfahren habe.




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