Was macht eigentlich

Steffi Graf wird 50: Die Gräfin, die Deutschland verzauberte

Fräulein Vorhand, Tennis-Ikone, Sport-Botschafterin. Siebenfache Wimbledonsiegerin, 22 Triumphe bei Grand-Slam-Turnieren, 377 Wochen die Nummer eins der Welt. Am Freitag wird Stefanie Maria Graf, seit jeher nur Steffi genannt, 50 Jahre alt. Ins Rampenlicht drängt die Deutsche nicht mehr, sondern lebt mit ihrem Mann Andre Agassi und den Kindern zurückgezogen in Las Vegas in den USA.

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Steffi Graf feiert am Freitag ihren 50. Geburtstag

Interviews gibt sie nur ganz selten, öffentliche Auftritte für Sponsoren oder ihre Stiftung "Children for Tomorrow" sind rar. Zuletzt erzählte Graf Anfang des Jahres Reportern der australischen Zeitung "Herald Sun", dass ihre Kinder Jaden Gil (17) und Jaz Elle (15) nicht mitfliegen konnten, weil sie zur Schule gehen mussten. Der "Gala" verriet sie einmal, dass sie mutiger sei als ihr Mann, wenn es darum ginge, mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug zu springen. Der "Bild am Sonntag" sagte sie vor einem Jahr, dass sie sich "nie" mit ihrem Mann streite. Ansonsten aber gewährt sie auch dem Boulevard kaum Einblicke in ihr Leben.

Das der Tennisspielerin Steffi Graf endete im August 1999 bei einem Turnier in San Diego. Zuvor hatte sie in jenem Jahr bei den French Open in Paris den letzten ihrer 22 Grand-Slam-Titel geholt, mit einem 4:6,7:5,6:2 gegen die Schweizerin Martina Hingis in einem der denkwürdigsten Endspiele der Geschichte, zum Sieg getrieben von einem außergewöhnlich fanatischen Pariser Publikum. Später sprach Graf einmal von der "wundervollsten Erinnerung meiner Karriere".

Während ihrer einzigartigen Laufbahn gewann sie 107 Turniere. Neben den sieben Wimbledon-Trophäen stehen noch sechs French-Open-, fünf US-Open- und vier Australian-Open-Pokale in ihrer Vitrine. Die Statistiken der Damen-Organisation WTA listen 902 Siege und 115 Niederlagen im Einzel und ein Karriere-Preisgeld von 21,9 Millionen Dollar auf. 1988 krönte sich die Gräfin mit dem Golden Slam, als sie alle vier großen Turniere gewann und bei Olympia in Seoul Gold holte.

Darüber, wie sie ihren runden Geburtstag feiert, wie sie lebt und wie ihr Alltag heute aussieht, sprach sie zuletzt nicht öffentlich. Dafür sprechen andere über sie: "Du hast mit deinen großen Triumphen nicht nur ganz Deutschland verzaubert, sondern auch meine Biografie geprägt. In den Jahren, in denen ich als kleines Mädchen vor dem Fernseher eifrig deine größten Triumphe verfolgte, ist mein eigener Traum gewachsen, es dir einmal gleichzutun", schrieb etwa Deutschlands aktuelle Nummer eins, Angelique Kerber. Die Argentinierin Gabriela Sabatini sagte während der French Open den schönen Satz: "Ich hatte das Glück, Steffi auf der anderen Seite des Netzes zu haben, denn jedes Mal, wenn ich gegen sie gespielt habe, war ich eine bessere Spielerin."

Der 51-jährige Boris Becker gratulierte am Rande der French Open in Paris. "So eine Spielerin werden wir wahrscheinlich nie wieder haben", meinte die andere Hälfte des einstigen deutschen Tennis-Traumduos. "Glückwunsch von meiner Seite, es tut ein bisschen weh, 50 zu werden, aber man kommt drüber", sagte der dreimalige Wimbledonsieger. Nur diesen einen Wunsch, den wird ihm Graf wohl nicht erfüllen. "Es würde mich freuen, wenn sie häufiger bei Grand Slams wäre", sagte Becker. "Aber sie lebt ihr eigenes Leben."




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