Sölden feiert 25 Jahre Weltcup mit James Bond

Sölden feiert dieses Wochenende 25 Jahre Weltcup und tut das auch mit James Bond. 1993 hat der Skizirkus erstmals im Tiroler Ötztal Station gemacht, mittlerweile hat der Saison-Auftakt auf dem Gletscher große Tradition. Geöffnet ist seit dem Nationalfeiertags-Freitag auch wieder das weltweit einzigartige Besuchererlebnis "007 Elements" auf 3.040 m Seehöhe.

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Das "Ice Q" war Schauplatz in "Spectre"

Diese multimediale Installation gibt Einblick in die 2015 u.a. in Sölden erfolgten Dreharbeiten des 24. und mit 350 Millionen Dollar teuersten Bond-Films aller Zeiten. Auslöser der Dreharbeiten für "Spectre" war das futuristische Gaislachkogl-Gipfelrestaurant "ice Q" von Architekt Johann Obermoser gewesen, das dann im Bond-Film als Hoffler-Klinik diente.

Direkt daneben wurde dann um deutlich mehr als zehn Millionen Euro eine Halle in den Berg betoniert. In dieser wird nun Bond auf 1.300 Quadratmetern, neun Räumen und einer Plaza gehuldigt und ist auch jene 11-Minuten-Actionszene zu sehen, für die drei Wochen lang in Sölden und anderen Tiroler Schauplätzen die Winterszenen von "Spectre" samt Flugzeug-Verfolgungsjagd von Daniel Craig über der Weltcup-Gletscherstraße gedreht wurde. Geöffnet im vergangenen Juli rechnet man im ersten Jahr mit 85.000 und ab dann mit 100.000 Besuchern jährlich.

Weltcup-Gastgeber Sölden erhält durch die Ausstellung, die ein Gemeinschaftsprojekt der Bergbahnen, EON Productions und MGM ist und in der auch zahlreiche Original-Requisiten aus früheren Bond-Filmen zu sehen sind, große internationale Aufmerksamkeit. Und hat damit ein weiteres Werbe-Standbein.

Begonnen hatte in Sölden alles mit den Skirennen, die vor einem Vierteljahrhundert erstmals auf dem Rettenbachferner ausgetragen wurden. "Vor 25 Jahren gab es freilich viele Skeptiker", erinnert sich Söldens Bergbahnen-Geschäftsführer Jakob "Jack" Falkner an die Zeit, als Saas-Fee, Tignes und Sölden noch um den Weltcup-Auftakt ritterten. "Wir hatten das Glück, dass die erste Veranstaltung bei uns gleich super funktioniert hat. Sonst wär's wohl nicht mehr weitergegangen."

Heute, so Falkner, genieße der Oktober-Auftakt über den spektakulär steilen Gletscher-Rennhang Rieseninteresse und befeuere Tourismus und Sportartikelindustrie gleichermaßen. "Das Baby von damals ist erwachsen und schön geworden." Einzigartig ist für Falkner immer noch der Dreifachsieg 2002 bei den Damen. "Insgesamt hat sich gezeigt, dass es hier keine Zufallssieger gegeben hat, sondern immer nur große Gewinner."

Die Bedeutung der herbstlichen Gletscher-Rennen an der Entwicklung des Ortes sei enorm, so Falkner. "Sie waren ein sehr wichtiger Impuls und Mosaikstein in der Gesamtentwicklung Söldens." Wie es angesichts des Gletschersterbens weitergehe? Niemand könne sagen, was in 25 Jahren sei. Angst vor einer wetterbedingen Herren-Absage wie im Vorjahr hat Falkner jedenfalls nicht. "Das wäre das falsche Wort. Es wird auf jeden Fall eine Message geben, nämlich Schnee. Auch das ist eine positive Botschaft. Ich hoffe jedenfalls auf ein gutes Wochenende."

Donnerstagabend saß Falkner mit internationalen Gästen in der Gondel hinauf zur Bond-Ausstellung, dem 360-Grad-Panorama sowie dem "ice Q" mit seiner stylischen Architektur. "Eine weltweit einzigartige Gesamtkomposition", schwärmte Falkner dabei. "Wir leben vom und mit dem Skisport. Aber der Skisport ist weltweit klein. Bond hingegen ist eine Weltmarke und beschert uns auch Medienartikel in Australien, Japan, den USA oder England."

Nach der Eröffnung von "007 Elements" im Sommer hatte es sogar Berichte in der NBC-Morgenshow oder auf Al-Jazeera gegeben. Falkner: "Dieses internationale Marketing würden wir uns nie leisten können und das wird uns noch sehr viel bringen."




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