Shiffrin schrieb mit Super-G-Sieg in Lake Louise Geschichte

Die unglaubliche Erfolgsgeschichte von Skirennläuferin Mikaela Shiffrin ist um ein Kapitel reicher. Die US-Amerikanerin gewann am Sonntag zum Abschluss der Übersee-Rennen in Lake Louise den Super-G 0,77 Sek. vor der Norwegerin Ragnhild Mowinckel, 0,83 vor der Deutschen Viktoria Rebensburg und 0,84 vor Ramona Siebenhofer, die damit das Podest nur knapp verpasste. Anna Veith wurde Sechste.

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Shiffrin jetzt auch noch im Super G top

Shiffrin stieß mit ihrem Sieg in einen illustren Kreis vor: sie ist die siebente Läuferin, die in den Alpin-Disziplinen Abfahrt, Super-G, Riesentorlauf, Slalom und Kombination gewonnen hat. Zuvor war dies Petra Kronberger (AUT), Pernilla Wiberg (SWE), Janica Kostelic (CRO), Anja Pärson (SWE), Lindsey Vonn (USA) und Tina Maze (SLO) gelungen. Shiffrin gewann zusätzlich auch bereits in den Disziplinen Parallelslalom und City Events, die in Zukunft im Weltcup-Kalender auch forciert werden sollen, womit sie einen Sonderstatus einnimmt.

"Das ist wirklich unglaublich, verrückt", sagte Shiffrin nach ihrem Bravourstück. "Das war ein Traum von mir, seit ich ein kleines Kind war und mit dem Rennfahren im Weltcup begonnen habe. Ich wollte eines Tages auf dem Level sein, dass ich in jedem Bewerb gewinnen kann. Ich bin jung, aber das war ein Prozess über eine lange Zeit."

Schon in den Abfahrten hatte Shiffrin, die vergangenes Jahr sensationell eine Abfahrt in Lake Louise gewonnen hat, mit den Rängen neun und vier ihre Speed-Qualitäten ausgepackt. Im Super-G gelang ihr eine perfekte Fahrt, sie hatte im Training viel darin investiert. "Ich hatte eine wunderbare Fahrt, so schnell, wie es nur möglich war. Wirklich aggressiv, mein Setup war perfekt." Die 23-jährige Shiffrin baute mit dem 46. Weltcupsieg ihrer Karriere ihre Führung im Gesamtweltcup weiter aus.

Siebenhofer betrachtete ihr Top-Ergebnis ein wenig zwiespältig. "Die eine Hundertstel wurmt, ich bin schon wieder hungrig auf das Podest. Aber ich freue mich irrsinnig über meine Fahrt. Natürlich ist der Abstand nach ganz vorne sehr groß, Mika muss wirklich eine sehr gute Fahrt gehabt haben", sagte die Steirerin.

Auch die zweitbeste Österreicherin verpasste das Podium auch nur um 7/100. "Ich hadere damit nicht, ich weiß genau, wo ich die liegengelassen habe. Was mich ärgert ist, dass ich es nicht ganz durchgezogen habe. Der erste Schritt ist getan, man kann sich ja steigern über die Saison", sagte die Salzburgerin Veith, die Shiffrin Anerkennung zollte. "Unglaublich, sie hat einen coolen Lauf runtergelegt, großen Respekt. Das war die letzte Disziplin, die ihr noch gefehlt hat, was sie im Moment leistet, ist sicher sehr groß."

"Nicht ganz happy" war die neuntplatzierte Stephanie Venier. "Es wäre viel mehr drinnen gewesen. Ich habe lange gebraucht, bis ich reingekommen bin, der Mittelteil war nicht ganz top, der Schlussteil besser." Nicole Schmidhofer, die Gewinnerin der beiden Abfahrten, gestand nach Platz elf, dass sie die intensiven Trainings- und Abfahrtsläufe gespürt hatte. "Ich habe die Explosivität heute nicht mehr hingebracht. Für mich war es aber das beste Wochenende, das man sich vorstellen kann", sagte die Steirerin.

Zu den Ausgeschiedenen zählten auch die Österreicherinnen Nina Ortlieb, Stephanie Brunner und Christine Scheyer. Scheyer schrie nach ihrem Sturz laut auf uns griff sich aufs Knie. Sie stand zwar auf, fuhr auf einem Ski ins Ziel, wurde aber zu Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht.




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