Serena Williams bei US Open wieder im Finale

Tennis-Superstar Serena Williams hat bei den US Open zum zehnten Mal das Endspiel erreicht und greift in New York nach dem 24. Einzeltitel bei Grand-Slam-Turnieren. Damit würde die 37-jährige US-Amerikanerin mit Rekordfrau Margaret Court aus Australien gleichziehen. Ihre letzte Hürde auf den Weg in die Geschichtsbücher ist am Samstag die Kanadierin Bianca Andreescu.

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Williams hat wieder die Chance auf den 24. Titel

Die 19-Jährige setzte sich am Donnerstag im Halbfinale gegen die Schweizerin Belinda Bencic 7:6(3),7:5 durch und steht damit erstmals in einem Major-Endspiel. Bereits zuvor hatte Williams im ersten Semifinale souverän in nur 70 Minuten mit 6:3,6:1 gegen die Weltranglisten Fünfte Jelina Switolina aus der Ukraine gesiegt.

Bereits im Vorjahr hatte die Olympiasiegerin von 2012 in New York schon einmal die Chance auf ihren 24. Grand-Slam-Titel. Doch dann verlor die ehemalige Weltranglistenerste in einem denkwürdigen und unrühmlichen Finale gegen die Japanerin Naomi Osaka. Williams sorgte dabei mit ihren Beschimpfungen und Vorwürfen gegen den Schiedsrichter für einen Eklat. Der Unparteiische Carlos Ramos verwarnte sie wegen unerlaubten Coachings, Zertrümmern ihres Schlägers und Beleidigung gleich dreimal. Dadurch verlor Williams das Spiel zum 3:5 im zweiten Satz kampflos. Osaka gewann letztlich 6:2,6:4 und damit ihren ersten Grand-Slam-Titel.

Ein knappes Jahr später steht Williams nun wieder im Endspiel in Flushing Meadows. Nach ihrem glatten Erfolg über Switolina richtete die Weltranglisten-Achte praktisch eine Drohung an ihre 18 Jahre jüngere Finalgegnerin. "Ich habe heute sicher nicht mein bestes Tennis gespielt", betonte die Amerikanerin, die von den Zuschauern im Arthur Ashe Stadium dennoch gefeiert wurde. Fast auf den Tag genau 20 Jahre nach ihrem ersten Finale in New York kämpft Williams nun bei ihrem Heim-Grand-Slam wieder um den Titel.

"Das ist verrückt", meinte die Topfavoritin nach ihrem insgesamt 101. Match-Sieg im Einzel bei den US Open, mit dem sie den Rekord ihrer legendären Landsfrau Chris Evert egalisierte. Dass sie zwei Jahre nach der Geburt ihrer Tochter immer noch auf höchstem Level spiele, mache sie stolz, sagte Williams. "Es ist nicht einfach. Ich bin in erster Linie eine Vollzeit-Mutter."

Angesprochen auf die Belastungen eines Grand-Slam-Endspiels meinte sie dann mit Augenzwinkern: "Ich glaube, auf dem Platz zu stehen, ist fast ein bisschen entspannter, als mit einer Zweijährigen abzuhängen, die dich überall hinzieht." Und auf die Frage, was es ihr bedeuten würde, den Rekord von Court einzustellen, lautete ihre Antwort: "Es ist cool, weil ich in einer Ära - Blödsinn - in fünf Ären mit vielen tollen Spielerinnen spiele und gespielt habe."

Im zweiten Halbfinale lieferten Bencic und Andreescu einander einen erbitterten Fight. Das Duell der beiden aufstrebenden Spielerinnen war nicht immer hochklassig, aber bis zum Ende spannend. Dabei ließ Bencic zu viele Chancen ungenutzt. Im ersten Durchgang konnte die Weltranglisten-Zwölfte beim Stand von 5:4 einen Satzball nicht nutzen. Im zweiten Abschnitt führte sie bereits mit 5:2 und servierte zwei Mal zum Satzausgleich. Doch dann verlor die 22-jährige Schweizerin die Nerven und gewann kein Spiel mehr. Stattdessen nutzte Andreescu den dritten Matchball zum bisher größten Erfolg ihrer Karriere.

Als Serena Williams am 11. September 1999 in New York erstmals ein Grand-Slam-Turnier gewann, war die Tochter rumänischer Einwanderer noch nicht einmal geboren. "Ich kann es nicht glauben. Wenn mir vor einem Jahr jemand erzählt hätte, dass ich 2019 im Finale der US Open gegen Serena Williams spiele, den hätte ich für verrückt erklärt. Ich habe immer davon geträumt, gegen sie zu spielen", meinte Andreescu, die erst als zweite Kanadierin überhaupt bei einem Grand-Slam-Turnier im Finale steht. 2014 hatte Eugenie Bouchard im Endspiel von Wimbledon gegen die Tschechin Petra Kvitova verloren.

Williams und Andreescu standen sich bisher erst einmal gegenüber. Wenige Wochen vor den US Open musste die Amerikanerin im Finale von Toronto wegen Rückenbeschwerden früh im ersten Satz aufgeben. "Sie ist eine großartige Spielerin. Sie variiert sehr gut, du weißt bei ihr nie, was auf dich zukommt", lobte Williams die Weltranglisten-15., die im Vorjahr in New York noch in der Qualifikation verloren hatte. Und zu Jahresbeginn war Andreescu nur die Nummer 178 der Welt gewesen.




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