Sensation für Österreich! Olympisches Gold für Anna Kiesenhofer im Rad-Straßenrennen

Erstes ÖOC Gold in Japan! Die Außenseiterin Anna Kiesenhofer schafft die Sensation in Tokio. Nach 125 Jahren wieder Olympisches Rad-Gold seit Adolf Schmal im Jahr 1896.

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Sensation für Österreich! Olympisches Gold für Anna Kiesenhofer im Rad-Straßenrennen

Gleich nach dem Start bildete sie eine fünfköpfige Spitzengruppe mit der 30-Jährigen Weinviertlerin. Sie ließ dann die Mitstreiterinnen auf der 137-km-Strecke zurück und triumphierte nach einer 41-km-Solofahrt. Silber geht an die niederländische Favoritin Annemiek van Vleuten, die beim Zieleinlauf sogar dachte, Gold geholt zu haben. Bronze erobert Elisa Longo Borghini aus Italien. Die Rad-Asse wie Rio-Olympiasiegerin Anna van der Breggen und Ex-Weltmeisterin Van Vleuten hatten die ihnen eher unbekannte Wissenschaftlerin der Mathematik und Rad-„Amateurin“ offensichtlich unterschätzt.

Die 30-jährige Niederösterreicherin ist die einzige rot-weiß-rote Vertreterin im Straßenrennen der Frauen. Im Feld der 67 Starterinnen kann zählt sie zu den Außenseiterinnen, die Favoritenrolle fällt vor allem dem niederländischen Team zu, mit den Superstars Annemiek van Vleuten, Anna van der Breggen und Marianne Vos.

„Sie sind eigentlich für den Rennverlauf verantwortlich. Aber mit bloßem Tempofahren werden sie das Feld der restlichen Favoritinnen nicht wirklich auseinanderfahren können. Für mich wäre es aber gut, wenn das Tempo im Anstieg sehr hoch ist und das Rennen von ihnen hart gemacht wird“, blickte die Österreicherin auf das Rennen voraus. Nach einer langen Anreise von fast 35 Stunden hat sie sich aber sofort gut akklimatisiert in Tokio.

„Die Hitze liegt mir ganz gut“, meinte Kiesenhofer im Hinblick auf die warmen Temperaturen, die auch die Frauen in ihrem Straßenrennen zu erwarten haben. Sie gehen um 13:00 Uhr Ortszeit (06:00 Uhr MEZ) in ihr 137 Kilometer langes Rennen: „Da ist eigentlich immer der Höhepunkt von den Temperaturen her.“

Kiesenhofer plant ein aktives Rennen, in der Hoffnung, dass sich ihr hartes Training der letzten Monate bezahlt macht: „Physisch habe ich es sicher drauf, dementsprechend sollte einer guten Leistung nichts im Wege stehen. Was natürlich fehlt ist die Rennerfahrung.“ Denn die 30-Jährige lebt und arbeitet in der Schweiz, als Mathematikerin an einem Institut in Lausanne.

„Es wird sicher vor den Schlussrunden schon eine Vorentscheidung fallen. Es wird viele Attacken geben, das Rennen wird aber sicher auch von der Taktik der großen Mannschaften geprägt“, analysierte Kiesenhofer, die im letzten Jahr Gesamtdritte der Ardéche-Rundfahrt wurde und im Einzelzeitfahren schon Fünfte bei den Europameisterschaften 2019 wurde. Auch auf der Straße feierte sie schon Erfolge, so gewann sie vor fünf Jahren in Frankreich eine schwere Etappe mit Finale am Mont Ventoux.

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