Ruprecht würde Karriere bei Olympia in 2021 fortsetzen

Für Aktive der Rhythmischen Gymnastik ist die Teilnahme an Olympischen Spielen ein absolutes Glanzlicht der Karriere. Nicol Ruprecht hat sich diesen Traum 2016 in Rio de Janeiro erfüllt, belegte nach schwachen Bewertungen trotz guter Leistung Rang 20. Für Tokio 2020 soll es nun noch einmal klappen, für die mittlerweile 27-Jährige als weiterer Höhepunkt und Abschluss ihrer sportlichen Laufbahn.

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Gymnastin hätte sonst heuer Laufbahn beendet

Die Qualifikation für die Spiele hat Ruprecht noch zu erbringen, über vier April-Weltcups sollte das klappen. Wegen der Coronavirus-Pandemie sind aber alle diese Events entweder auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben oder neu angesetzt worden, wie das ausgerechnet für ein Event in Pesaro der Fall ist. Im vom Coronavirus besonders gebeutelten Italien soll es nun Anfang Juni an der Adria-Küste auch um Olympia gehen.

Ruprecht findet diese Ansetzung ein bisschen absurd, auch wenn sie trotz der Pandemie noch mit der termingerechten Abhaltung der Spiele rechnen muss. "Ich bin aber gespannt, wie es jetzt mit der Qualifikation weitergeht. Ich weiß nicht, wie alle Qualifikationsturniere noch vor Olympia stattfinden sollen", sagte die Wahl-Wienerin im Gespräch mit der APA.

Diese Woche wurden auch die Europameisterschaften von Ende Mai aus verschoben, man bemühe sich um einen neuen Termin in der zweiten Jahreshälfte. Ruprecht wollte ihre Laufbahn zwar heuer mit Olympia ausklingen lassen, eine EM im Herbst würde sie aber noch mitnehmen. Und bei einer Verschiebung der Spiele um ein Jahr würde sie sogar auch noch ein weiteres Jahr dranhängen, um ihre Olympia-Chance zu wahren.

Die Form für die April-Weltcups hätte absolut gestimmt, bei ihrem Saison-Auftakt im Februar hat Ruprecht mit erhöhtem Schwierigkeitswert in ihren Küren neue persönliche Punktebestleistungen erreicht. "Das ist ein bisschen frustrierend, ich wollte viele Wettkämpfe machen. Jetzt bin ich daheim, halte mit meiner Trainerin Kontakt." Auch nach deren Anleitung versucht sie, sich in den eigenen vier Wänden und im Garten fit zu halten.

"Ich versuche, das Zuhause so wenig wie möglich zu verlassen, gehe nur manchmal laufen", schilderte sie. Sportart-spezifisch sind Ruprecht die Hände gebunden, denn Keulen, Band, Ball und Reifen fliegen sonst beim Training meterhoch in die Luft. "Mit den Hand-Geräten kann ich nicht viel machen, denn dann würde ich alles zusammenhauen", führte Ruprecht aus. Nur etwas anders sehe es im Garten ihres Wohnhauses aus.

Die Athletin des österreichischen Turnverbandes (ÖFT) absolviert so eher Ballett- und gewöhnliche Aufwärmübungen sowie körpertechnische Elemente. Drehungen und Sprünge seien jedoch schon ein Platzproblem. "Es geht aber auch allen meinen Konkurrentinnen gleich, sie alle sind von ihrem Training derzeit ausgesperrt", gab Ruprecht zu bedenken.

Die Halle der rot-weiß-roten Spitze gibt es in Wien-Donaustadt so erst seit vergangenen Sommer und sorgte für ein Ende der jahrelangen Trainingsmisere der Gymnastinnen. Bei einem APA-Lokalaugenschein im September hatte Ruprecht gemeint, dass die Hallen-Lösung für eine erfolgreiche Olympia-Kampagne für sie womöglich aber zu spät komme. Eine Verschiebung der Spiele würde ihr so nun sogar in die Karten spielen.



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