Rekordjäger Lewis Hamilton: Das Ende ist nicht in Sicht

Nur zu gerne würde Lewis Hamilton dieses ganz besondere Bad in der Menge wiederholen. Auf den Händen seiner Landsleute hatte er sich nach seinem letzten Sieg in Silverstone vor zwei Jahren völlig euphorisiert durchs Publikum tragen lassen. "Das war das Coolste, was mir bis dahin jemals passiert ist", erinnerte sich Hamilton vor dem Heimspiel am Sonntag.

online seit heute, 15:55 Uhr
online seit gestern, 15:55 Uhr
online seit 11.07.2019, 15:55 Uhr
Dauer-Weltmeister Lewis Hamilton weiterhin nicht Amtsmüde

Fünfmal hat der Mercedes-Pilot bereits ein Formel-1-Rennen in seinem Heimatland gewonnen. Ein weiterer Triumph würde ihn zum alleinigen Rekordhalter machen. Nachdem es im Vorjahr nach einem nicht von ihm verschuldeten Unfall nur zu Rang zwei hinter Ferrari-Star Sebastian Vettel gereicht hatte, ist der 34-Jährige im zehnten Saisonlauf erneut der große Favorit. Schon jetzt beträgt sein Vorsprung in der WM-Wertung auf Dauerrivale Sebastian Vettel 74 Punkte - Titel Nummer sechs ist greifbar.

Dass er einmal so weit kommen würde und sogar nach den Bestmarken von Rekordweltmeister Michael Schumacher greift, war nicht abzusehen, als Hamilton im Alter von acht Jahren mit dem Kartsport begann. Nur rund 80 Kilometer entfernt vom Hochgeschwindigkeitskurs in Silverstone versuchte er sich erstmals auf der Rennstrecke, vor allem gefördert durch seinen Vater Anthony. "Mein Dad hat für mich alles aufgegeben", schrieb Hamilton einmal bei Twitter. Vier Jobs habe dieser gleichzeitig gehabt, um seinem Sohn das teure Hobby Motorsport zu finanzieren.

Hamilton machte schnell Fortschritte, gewann als Teenager schon Rennen im ganzen Land und kämpfte sich bis ganz nach oben. Seine Herkunft spiele dabei eine entscheidende Rolle, sagte er. Es habe ihn angetrieben, es aus sehr einfachen Verhältnissen in Mittelengland herauszuschaffen.

Hamilton ist in einem Alter, in dem andere ans Aufhören denken, aber er sagt: "Ich kann sicher noch fünf Jahre machen. Ich kann weitermachen, bis es mir keinen Spaß mehr macht." Der Brite besitzt bei den Silberpfeilen noch einen Vertrag bis Ende 2020 und nimmt sich Schumacher als Vorbild. "Michael ist mit 38 Jahren zurückgetreten", sagte er und ließ keinen Zweifel an seinem ungebrochenen Willen, erfolgreich zu sein: "Ich bin unglaublich entschlossen zu gewinnen."

Das gefällt auch seinem Mercedes-Boss Toto Wolff. "Er ist jedes Jahr erwachsener geworden, mit weniger emotionalen Schwankungen. Er ist jetzt stabiler und sehr gut ins Team integriert", sagte der Wiener der britischen Zeitung "The Telegraph". Den Rekord von Michael Schumacher von sieben WM-Triumphen habe Hamilton im Hinterkopf, meinte Wolff: "Der Grund, warum er es nicht ausspricht, ist, dass dazwischen noch ein sechster liegt."

Lewis Hamilton erwartet in Silverstone einen Dreikampf um den Sieg. "Wir sind uns bewusst, dass Red Bull und Ferrari Schritte nach vorne machen. Ich denke, dass es jetzt enger zwischen uns wird, das wird kein leichtes Wochenende", sagte Hamilton bei einem Pressetermin am Donnerstag.

Zuletzt in Spielberg hatte Hamilton beim Erfolg von Max Verstappen (Red Bull) nach Problemen mit der Motorenkühlung nur den fünften Rang belegt. Zuvor gab es allerdings sechs Siege in neun Rennen. "Wir wollen uns verbessern", sagte der 34-Jährige, der aber keine Angst vor neuen technischen Schwierigkeiten hat: "So gehe ich grundsätzlich nicht an die Rennen."




teilen