Pilz und Parma holen sich im Lead die letzten ÖSTM-Titel 2022

In den letzten Tagen wurden im Kletterzentrum Innsbruck die Österreichischen Kletter-Staatsmeistertitel im Bouldern, Speed und Vorstieg vergeben. Das große Finale erfolgte am Samstagabend mit der letzten Entscheidung im Vorstieg, die gleichzeitig für einen würdigen Abschluss von 3 intensiven Klettertagen sorgte. Bei den Damen verteidigte Jessica Pilz (ÖAV Haag) ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich und sicherte sich ihren 8. nationalen Lead-Erfolg in Serie. Bei den Herren konnte sich Georg Parma (NFÖ Eichgraben) nach einer exzellenten Performance über seinen 2. Titel freuen. Die Gesamtwertung Bouldern & Lead geht an Pilz und Parma, der sich Platz 1 ex aequo mit Nicolai Uznik (SV St. Johann i.R.) teilen durfte.

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Parma holt sich im Lead die letzten ÖSTM-Titel 2022

Nach ihrer Galavorstellung im Boulder-Finale und dem damit verbundenen Österreichischen Staatsmeistertitel war Jessica Pilz (ÖAV Haag) auch im Vorstieg nicht zu stoppen. Die Olympia-Teilnehmerin war einmal mehr das Maß aller Dinge, sicherte sich ihren 8. Lead-Staatsmeistertitel in Folge und holte sich nach 2015, 2018 und 2019 zum bereits 4. Mal das begehrte Double bei den nationalen Titelkämpfen. Bereits in der Qualifikation sorgte die Vorstieg-Goldmedaillengewinnerin der World Games 2022 für klare Verhältnisse, toppte als einzige Athletin beide Routen und wurde auch in der Finalrunde ihrer Favoritenrolle gerecht. Mit dem einzigen Top konnte sich die Niederösterreicherin über eine erfolgreiche Titelverteidigung freuen. Platz 2 ging an Eva Maria Hammelmüller (ÖAV Haag), die sich bei eisigen Temperaturen tapfer die Route hinaufkämpfte (47,5). Das Duell um Platz 3 war ein Herzschlagfinale: 3 Athletinnen erreichten 41+. Am Ende holte sich Mattea Pötzi (ÖAV Villach) aufgrund der schnelleren Zeit die Bronzemedaille, Julia Fiser (ÖAV Innsbruck) blieb am Ende der undankbare 4. Platz. Magdalena Kompein (ÖAV Feldkirch) stieg an derselben Stelle aus der Route aus, reihte sich aber aufgrund der schlechteren Qualifikationsplatzierung auf Platz 5 ein.

„Die Lead-Route ist mir sehr entgegengekommen, das habe ich bei der Besichtigung schon gemerkt. Da fällt dann schon ein bisschen ein Druck ab. Im Vorstieg war ich während der ganzen Saison die beste Österreicherin, von daher war die Erwartungshaltung sehr hoch. Ich muss sagen, der Erfolg im Bouldern gestern hat mich mehr gefreut. Da war es mehr zum Fighten. Die beiden Titel haben nach einer langen Saison einen sehr hohen Stellenwert für mich“, so die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin.

Teamkollegin Eva Maria Hammelmüller fühlte sich bei den kühlen Temperaturen sichtlich wohl und lieferte eine tolle Show zum Abschluss: „Ich mag es, wenn es kühl ist, da komme ich einfach besser zurecht. Meine Saison war etwas durchwachsen, ich hatte mental schon abgeschlossen und mich aufs Felsklettern konzentriert. Es ist echt super aufgegangen und für mich ein toller und sehr wichtiger Abschluss“, strahlte Hammelmüller nach Platz 2.

Mattea Pötzi sorgte für eine schöne Premiere. Die Kärntnerin holte mit Bronze ihre erste Lead-Medaille. „Es ist mein erster Podestplatz im Lead. Es zeigt, dass es die richtige Entscheidung war, mich voll und ganz auf den Vorstieg zu konzentrieren. Schön, dass ich heuer noch die ersten ‚Früchte‘ ernten konnte“, erklärte die Kärntnerin.

Titel Nummer 2 mit 7 Jahren Abstand

In Abwesenheit von Olympia-Bronzemedaillengewinner Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck) war die Bahn 2022 frei für ein neues Siegergesicht. Georg Parma (NFÖ Eichgraben) wusste seine Chance zu nutzen, spielte seine ganze Klasse trotz einer Schrecksekunde aus, setzte sich im Finale gegen seine 7 Kontrahenten durch und feierte seinen 2. Titel bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften (43+). Erst zum 2. Mal in den letzten 12 Jahren ging ein Titel im Vorstieg nicht an Lokalmatador Schubert. Nach 2015 war es erneut Georg Parma, der sich den Titel sicherte. Damals verpasste Schubert die Staatsmeisterschaft aufgrund einer Fingerverletzung. Platz 2 holte sich Mathias Posch (ÖAV Innsbruck), der sich bis zum Schluss einen tollen Fight lieferte und sich am Ende um 2 Züge geschlagen geben musste. Nicolai Uznik (SV St. Johann i.R.) holte nach Boulder-Gold am Ende im Lead noch Bronze und blieb dabei 1 Zug vor seinem Bruder Timo.

„Ich bin extrem happy, auch weil ich in der Mitte der Route eine Schrecksekunde hatte – da ist mir der Fuß gegangen. Als ich dann den nächsten Griff gehalten habe, bin ich wieder in den Rhythmus gekommen. Das war genau meine Route, da wollte ich es allen zeigen. Der Titel hat einen extrem hohen Stellenwert für mich. Nach der Jugend hatte ich sehr gute Jahre und habe 2015 den ersten Titel geholt. Die letzten Jahre waren eher durchwachsen und ich hatte mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Jetzt ist mein Kopf wieder frei und ich bin fit. Vom Gefühl her bin ich am richtigen Weg“, zeigte sich Parma erleichtert.

Teamkollege Mathias Posch holte wie schon im Vorjahr Platz 2: „Die Route war richtig cool. Ich bin so richtig ins Fighten gekommen, es ist am Ende auf die Fitness rausgelaufen. Die Bedingungen waren echt schwierig. Ich gönne es Georg von Herzen. Im Weltcup war oft der Wurm drinnen, daher freut es mich umso mehr, dass ich endlich ins Klettern gekommen bin.“

Bouldern & Lead

Die Gesamtwertung der beiden Disziplinen Bouldern & Lead ging bei den Damen ebenfalls an Jessica Pilz, die sich somit ihre 3. Goldmedaille geholt hat. Auf den Plätzen 2 und 3 folgten Eva Maria Hammelmüller und Mattea Pötzi. Bei den Herren teilten sich Georg Parma und Nicolai Uznik Platz 1. Platz 3 ging an den Vorarlberger Andreas Hofherr (ÖAV Feldkirch).

„Das waren drei super Tage für mich. Ich freue mich sehr über den Podestplatz im Lead – das war mein Ziel. Ich bin gut in die Route gekommen, habe dann aber einen Fehler gemacht und der hat sehr viel Kraft gekostet. Ich bin aber sehr zufrieden und freue mich, dass ich mir Platz eins in der Gesamtwertung mit Georg teilen kann. Wir haben beide super Leistungen gezeigt, von daher passt das gut so“, so Uznik.



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