Norweger J.T. Bö gewann Hochfilzen-Sprint - J. Eberhard 6

Der Norweger Johannes Thingnes Bö hat am Freitag wie im Vorjahr den Sprint beim Biathlon-Weltcup in Hochfilzen dominiert. Der 25-Jährige gewann das 10-km-Rennen trotz einer Strafrunde 8,6 Sekunden vor dem fehlerfreien Weltcup-Titelverteidiger Martin Fourcade und 10,2 vor dem deutschen Weltmeister Benedikt Doll. Julian Eberhard belegte als bester Österreicher mit einem Fehlschuss Rang sechs.

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Traumhaftes Wetter beim Biathlon Weltcup in Hochfilzen

Der Olympiavierte zeigte sich angesichts seines bisher besten Hochfilzen-Resultats zufrieden, mit dem Schießfehler sei eben nicht mehr möglich gewesen. "Das ist ein ansprechendes Ergebnis und eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung. Man braucht eine perfekte Leistung, um ganz oben zu stehen", sagte Eberhard nach dem Rennen bei Prachtwetter vor 6.400 Fans. Dem Sprintspezialisten gelang nach Verfolgungsrang fünf in Pokljuka dank viertbester Laufzeit sein nächstes Spitzenergebnis. "Die Form passt, das Material funktioniert", bekräftigte der Salzburger.

Gegen Bö, der exakt 30 Sekunden schneller gewesen war, sei derzeit aber kein Kraut gewachsen. "Wenn man auf Johannes eine halbe Minute verliert, kann man es noch verkraften. Es schaut so aus, als dass er den Ton in der Spur angibt. Wir sind dabei, aber noch nicht dran." Spätestens bis zu den Weltmeisterschaften im März wolle er die Lücke aber schließen.

Zweitbester ÖSV-Mann war Simon Eder als 14. mit rund einer Minute Rückstand. "Beim Sprint muss bei mir alles passen, um am Stockerl zu sein. Aber man darf mit einem Fehler nicht unzufrieden sein. Es ist gut für den Verfolger, wenn man so dabei ist", meinte Eder, dem nach 50 Treffern bei 50 Schüssen in den bisherigen drei Einzelrennen erstmals ein Fehler unterlief. "Ich bin froh, dass ich die anderen hineingebracht habe, weil im Heimstadion verliert man doch bald einmal die Nerven." Der Routinier verlor mit seinem bisher schlechtesten Saisonergebnis Rang zwei im Gesamtweltcup an den im Sprint viertplatzierten Franzosen Antonin Guigonnat.

Dominik Landertinger verfehlte wie Eberhard und Eder eine der zehn Scheiben, was dem noch nicht in Toplaufform befindlichen Lokalmatador Rang 16 einbrachte. "Der Liegend-Fehler tut mir weh, aber ansonsten war es ein gutes Rennen. Ich bin noch nicht ganz in Form, es geht aber schon besser", sagte der Jungvater. Auch Felix Leitner (35.) ist am Samstag in der Verfolgung mit dabei, nicht in das 60er-Feld schaffte es dagegen Tobias Eberhard (78.).

ÖSV-Cheftrainer Ricco Groß bilanzierte grundsätzlich positiv, ärgerte sich aber über unnötige Schießfehler. "Im Großen und Ganzen war es ein guter Wettkampf von uns, allerdings haben wir auch viel hergeschenkt mit der 90 Prozent-Trefferquote unserer Topathleten. Aber es ist eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung. Die Schießfehler waren teilweise extrem ärgerlich, das muss nicht sein", sagte der Deutsche.

Vizeweltmeister Bö feierte bei Traumwetter mit rund fünf Grad unter Null seinen bereits vierten Hochfilzen-Sieg. "Die Strecke liegt mir einfach. Das war ein interessantes Rennen", meinte der insgesamt zum 24. Mal erfolgreiche Norweger.

Sein Dauerrivale Fourcade war froh, nach den für ihn durchwachsenen Sprint- und Verfolgungsrennen in Pokljuka wieder zurück am Stockerl zu sein. "Es war schwierig, weil zuletzt viele Fragen aufgetaucht sind. Ich bin glücklich mit der Leistung. Johannes war auch schon letzte Saison nicht einzuholen, aber ich komme näher. Er ist in Hochfilzen immer sehr schnell", sagte Fourcade und richtete eine Kampfansage an Bö. "In der Verfolgung schaut es dann schon wieder anders aus."




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