Nicol Ruprecht trotzt Bänderriss: Platz 30 beim Gymnastik-Weltcup in Sofia

Zwei Wochen zuvor hatte sich Nicol Ruprecht im Training einen Bänderriss (!) im Sprunggelenk zugezogen. Doch Österreichs beste Rhythmische Gymnastin wollte den Weltcup vom 26. bis 28. März 2021 in Bulgariens Hauptstadt Sofia keinesfalls verpassen. Mit großem Behandlungsglück und Kämpferinnengeist gelang schließlich das „kleine medizinische Wunder“.

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Ihr internationales Eliteklasse-Debüt gleich bei einem Weltcup feierte in Sofia die 16-jährige Grazerin Valentina Domenig-Ozimic

Die mit 28 Jahren weltweit älteste Spitzengymnastin schaffte es nach mehr als einem Jahr Corona-Weltcup-Pause gehandicapt zurück auf die Wettkampffläche. Es wurde es mit einem deutlich reduzierten Programm „nur“ Platz 30 am Ende der vorderen Hälfte des Feldes. Doch für Nicol Ruprecht überwog das Positive: „Angesichts meiner Verletzung bin ich sehr zufrieden. Ich bin guter Dinge, dass dieser Wettkampf der Anfang einer sehr erfolgreichen Wettkampfsaison war.“ Diese soll mit der zweiten Olympia-Qualifikation und -Teilnahme nach 2016 gekrönt werden.

Gabriela Welkow-Jusek, Österreichs Sportdirektorin für Rhythmische Gymnastik: „Wir hatten vor, nach dem Podiumstraining zu entscheiden, ob der Wettkampf für Nici Sinn ergibt. Doch sie wollte unbedingt und hat alles dafür gegeben. Nach zwei Wochen ohne Training und mit der Verletzung lief nicht alles nach Plan. Doch im Kampf um die letzten Tickets für Tokio war diese Standortbestimmung immens wichtig. Über ihre Wertungen, besonders mit Ball und Keulen, bin ich dennoch enttäuscht.“

Nicol Ruprecht ergänzt: „Durch die kurzfristigen Änderungen in meinen Übungen war ich ein wenig verunsichert. Aber ich weiß ja, dass ich es besser kann. Heute gilt mein Dank jenen, die diesen Wettkampf möglich gemacht haben: meinem Arzt und meinem Physiotherapeuten.“

Ihr internationales Eliteklasse-Debüt gleich bei einem Weltcup feierte in Sofia die 16-jährige Grazerin Valentina Domenig-Ozimic. Österreichs noch amtierende Juniorenmeisterin kam im 60-köpfigen Feld aus fünf Kontinenten auf den 52. Rang: „Mit meiner Leistung am ersten Tag bin ich sehr zufrieden. Am zweiten lief es auch gut, aber verbesserungsfähig. Das motiviert mich sehr, intensiv weiterzuarbeiten.“

Last but not least: Israels Europameisterin Linoy Ashram gewann den Sofia-Weltcup 2021 vor der bulgarischen Lokalmatadorin Boryana Kaleyn. Weißrusslands Vizeeuropameisterin Alina Harnasko wurde Dritte. Russland verzichtete zwar, doch sonst war die komplette Weltspitze am Start.



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