Mayer, Kriechmayr nach Topsaison noch mehr in der Auslage

Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr stehen im österreichischen Herren-Skiteam für Stabilität. Im vergangenen Winter legten die beiden Speed-Kanonen ihr jeweils bestes Weltcup-Jahr hin und zeichneten für alle sechs Österreich-Siege verantwortlich. In der von Anfang an von der Covid-19-Krise gezeichneten Saison 2020/21 werden die beiden 500-Punkte-Fahrer auch im Riesentorlauf starten. Und das nicht nur als ÖSV-Spezis, sondern auch als Markenkollegen bei derselben Skifirma.

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Matthias Mayer will dort weitermachen, wo er aufgehört hat

"Die Erfolge aus der letzten Saison waren schon sehr gut", sagte Doppel-Olympiasieger Mayer. "Es ist natürlich ein großes Ziel für mich, dass ich dort anschließen kann, wo ich aufgehört habe." Der Kärntner gewann in der Vorsaison erstmals die Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel, er setzte sich in der letzten Abfahrt in Kvitfjell durch, ehe die Saison vorzeitig abgebrochen wurde, triumphierte in Lake Louise beim Super-G und gewann mit der Wengen-Kombination zum ersten Mal ein Rennen außerhalb seiner Spezialdisziplinen.

Der mittlerweile 30-Jährige - seinen Geburtstag feierte er am 9. Juni - bewies daneben auch mit vier weiteren Stockerlplätzen jene Konstanz, die ihm davor einige abgesprochen hatten. In der Weltcup-Schlussrechnung belegte Mayer den vierten Rang und stand damit so weit oben, wie noch nie zuvor. Dabei hatte ihn im Jänner nach seinem Kitz-Triumph eine Grippe kurz lahmgelegt. Wer weiß, wo es bei durchgehend bester Gesundheit für ihn hätte enden können, fragt sich nicht nur Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher.

Kriechmayr gewann in Gröden und Hinterstoder jeweils den Super-G und holte drei weitere Podestplatzierungen. Im Gesamtweltcup war der Oberösterreicher direkt hinter Mayer Fünfter. Um den nächsten Schritt zu machen, wechselte der Athlet vom TVN Wels nun im Sommer von Fischer zu Head. Mayer, der schon lange auf Head-Ski vertraut, war bei der Entscheidungsfindung durchaus ein Faktor. "Es war wichtig für mich zu sehen, dass das Material bei ihm passt und er damit schon viele Erfolge feiern konnte", verriet Kriechmayr.

Der 29-Jährige fühle sich grundsätzlich gut mit dem neuen Material, erklärte Puelacher der APA. "Wir haben aber noch zu wenig Abfahrtskilometer in den Beinen. Wie es dann im Winter mit der Abstimmung sein wird, wird man sehen." Die gewohnten Sommerkurse der Speed-Athleten in Südamerika fielen coronabedingt aus. Die erste Abfahrt der Saison soll verspätet am 12. Dezember in Val d'Isere stattfinden. "Natürlich machen wir uns Gedanken, wo wir bis dahin gut trainieren können", sagte Mayer. "In den letzten Jahren waren wir immer in Copper Mountain, dieses Jahr ist das aber nicht möglich."

Puelacher ist dennoch zuversichtlich, dass mit Mayer und Kriechmayr weiter stark zu rechnen sein wird. "Die werden ihr Niveau halten und sicher weiter um Siege mitfahren", meinte der Tiroler. Nicht geklappt hat es bisher mit einer kleinen Kristallkugel in einer Disziplin. Der seit Sommer mit seiner Claudia vermählte Mayer stellte denn auch klar, dass "nur die Kugeln im Speed-Bereich und Medaillen bei der WM (in Cortina d'Ampezzo; Anm.) das Ziel sein" können.

Um sich nicht selbst der Chance auf den Gesamtweltcup zu berauben, wird Mayer so wie im vergangenen Winter den Riesentorlauf wieder im Programm haben. 22 Technik-Events inklusive dem Parallel-Riesentorlauf in Lech/Zürs sind bis März 2021 zu absolvieren, demgegenüber stehen nach der Absage der Nordamerika-Rennen nur 16 Speed-Bewerbe. "Das Gleichgewicht von Speed- und Technikrennen ist permanent ein Thema", sagte Mayer, der vor einem Jahr in Sölden 15. und damit zweitbester Österreicher war.

Kriechmayr gibt auf dem Rettenbachgletscher nach fast zweijähriger Schaffenspause ein Comeback in der Disziplin. Mit dem Status als "Geisterrennen" müsse man leben. "Für uns ist es immer speziell, vor Zuschauern zu fahren. Wir nehmen es aber wie es kommt, und sind froh, wenn wir Rennen fahren können", bekräftigte er.




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