Indianapolis – der Mythos lebt

In direkter Nachbarschaft des Indianapolis Motor Speedway, dem Mekka des amerikanischen Formelsports, befindet sich das Hauptquartier des Juncos Racing Teams. Auf 4000 Quadratmetern rüstet sich der Rennstall für seine erste Saison in der Verizon IndyCar-Serie. Am Steuer des neuen Dallara-Chevrolet V6 wird für Rookie Rene Binder in weniger als drei Wochen beim IndyCar-GP in St. Petersburg, Florida, ein neuer Abschnitt in seiner Rennsportkarriere beginnen.

„Es ist schwer, von dieser Serie nicht begeistert zu sein, aber was mich am meisten beeindruckt: Die Amerikaner haben alles, was es braucht, um Fahrer und Fans zu begeistern, versuchen aber immer auch die Kosten in einem vertretbaren Rahmen zu halten“, schwärmt der junge Tiroler, „da versucht ein Penske nicht, die kleinen Teams an die Wand zu drücken.“ Auch in anderen Bereichen hat sich seit dem Antreten von Jochen Rindt bei den 500 Meilen von Indianapolis 1968 und der Rückkehr eines Österreichers ans Steuer eines Indy-Cars in der Saison 2018 wenig verändert. Retro-Design, Buckelpisten und Fannähe verwandeln den Einstieg in die Verizon IndyCar Series gleichzeitig in eine Zeitreise des Grand Prix Sports.
Bevor Binder seine ersten Runden im neuen Auto absolvieren konnte, war noch ein umfangreiches Programm zu absolvieren. Abstimmungen mit dem Team, medizinische Tests und ein Besuch bei IndyCar-Präsident, Jay Frye, erwarteten den Neuzugang aus „Austria“ ebenso wie ein Medientag bei Juncos Racing. „Wir hatten immerhin den Fernsehsender Fox Sports und etliche Journalisten bei uns im Haus, und das, obwohl am selben Tag bei den Indianapolis Colts (Football) ein neuer Trainer verpflichtet wurde“, berichtete Rene Binder, „das Interesse an IndyCar ist auf alle Fälle sehr groß, was sicher auch am Design der neuen Autos liegt. Hier herrscht in den USA ganz klar eine Aufbruchsstimmung.“
Während der ehemalige World Series Pilot abseits der Rennstrecke seine Aufgaben wahrnimmt, wird bei Juncos fieberhaft gearbeitet. „Das Team hat die neuen Teile erst knapp vor dem ersten Rookie-Test in Phönix bekommen, deshalb haben wir im Gegensatz zu anderen Teams noch einen Berg Arbeit vor uns“, schildert Binder die aktuelle Situation, „aber ich hoffe, dass ich in Sebring dann problemlos mein Testprogramm abspulen kann.“ 
Als Vorbereitung auf den Stadtkurs von St. Pete nutzte der Tiroler die Gelegenheit, sich in North Carolina am Simulator von Chevrolet auf die Strecke einzustellen. „Ich bin dort sehr gut zurechtgekommen, und wie mir Pietro Fittipaldi neulich schon berichtet hat, fühlt sich dieses Auto auch wirklich wie ein World Series Auto mit mehr Leistung an“, zeigte sich Binder bester Stimmung, „lassen wir uns überraschen, mein Eindruck von Juncos Racing ist zumindest einmal sehr positiv.“



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