Hütters Saisonziel: "Will heuer Konstanz reinkriegen"

Das alpine Weltcup-Finale hatte sie nach einem Trainings-Sturz auf der Reiteralm am 10. März verpasst, und so ist der Speed-Auftakt in Lake Louise für Cornelia Hütter wieder eine kleine Rückkehr. Vor einem Jahr war der 26-jährigen Steirerin ein Traum-Comeback gelungen. Hütter hatte gleich ihr erstes Weltcup-Rennen nach einem Kreuzbandriss im Jänner davor gewonnen. Hütters Saisonziel: Konstanz.

online seit heute, 16:10 Uhr
online seit gestern, 16:10 Uhr
online seit 28.11.2018, 16:10 Uhr
Im Vorjahr gewann Hütter überraschend in Lake Louise

"Das war extrem schön. Da habe ich nicht gewusst, was jetzt abgeht. Es war von null auf hundert, und alles war so unerwartet", erinnerte sich Hütter nach ihrer Ankunft am Schauplatz ihres bisher einzigen Abfahrts-Weltcupsiegs. Danach war die Saison durchwachsen, in Garmisch-Partenkirchen gelang der Steirerin noch ein dritter Rang. Das waren in der Abfahrt in der Olympia-Saison übrigens die einzigen beiden ÖSV-Podestplätze.

"Jeder hat vergessen, dass das meine Comeback-Saison war. Ich habe Höhen und Tiefen gehabt, bin ja beim Material von Völkl auf Head umgestiegen", erklärte Hütter. Danach habe sie in Europa einige Male ihre "sieben Zwetschken nicht beinander" gehabt. "Wennst gewinnst, kannst nur schlechter werden. Ich habe gewusst, das ist kein Wunschkonzert und so wird es nicht weitergehen." Am Ende war sie in Aare wieder nicht dabei: Der unglückliche Sturz im Riesentorlauftraining hat Hütter im Saisonfinish wieder zurückgeworfen. "Das war von hundert auf null innerhalb von einer Stunde und dann 12 Tage liegen und nicht mehr bewegen dürfen." Der Sturz selbst sei an sich nicht so schlimm gewesen: "Aber ich habe eine Absperrung in die Milz-Lungen-Gegend gekriegt."

Jemand der selbst schon einige Verletzungen erlebt hat, fühlt mit den aktuell Verletzten besonders mit. Ob es die Lake-Louise-Seriensiegerin Lindsey Vonn (USA) ist, Abfahrts-Olympiasiegerin Sofia Goggia (ITA) oder aus dem eigenen Team Sabrina Maier, die zuletzt in Copper Mountain im Training einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitten hat. "Ja, es ist schon richtig arg gewesen, jetzt auch in Copper. Jeden Tag hat sich fast jemand anderes wehgetan. Da muss man schon ein bisserl mitleiden, das geht nicht spurlos an einem vorbei", gestand Hütter.

Dass aufgrund der vielen Fehlenden bessere Ergebnisse möglich sind, von solchen Gedanken hält die gebürtige Grazerin nichts. "Das wäre einfach unmenschlich. So was trägt man auf der Skipiste aus, und wer schneller unten ist, der soll vorne sein und nicht wegen Verletzungen." Der Skisport sei eben ein Hochrisikosport. "Aber wenn man das im Kopf hat, kann man nicht schnell Skifahren. Angriff ist die beste Verteidigung", meinte Hütter optimistisch.

Nach ihrer Verletzung hat sich Hütter im individuellen Konditionstraining nur "ganz gemütlich" im Grundlagen-Ausdauerbereich vorbereitet. "Da bin ich extrem viel Rad gefahren. Ich habe aus der Not eine Tugend gemacht und den Ausdauerblock intensiver gestaltet als geplant. Das hat voll gut gepasst", glaubt die Abfahrts-Weltcup-Vierte der Vorsaison.

Nach acht Schneetagen in Copper Mountain mit aus ihrer Sicht aggressivem Schnee werde es in Lake Louise nun wieder ganz anders sein. Nun wird sie in Kanada erfahren, wo sie steht. "Wenn man körperlich gut vorbereitet ist und sich gut fühlt, dann ist das schon die halbe Miete. Auch verletzungsprophylaktisch ist das ein guter Weg, wenn man körperlich fit ist."

Vor dem Speed-Auftakt mit zwei Abfahrten und einem Super G hat sich Hütter vor allem eines vorgenommen: "Ich will heuer definitiv die Konstanz reinkriegen. Und dass ich wirklich vorne dabei bin, auch wenn es nicht so gut geht. Das ist ein hohes Ziel, das ich mir setze, aber ich weiß, dass ich es draufhabe."

Die zweifache Olympia-Teilnehmerin genießt es nach einem halben Jahr Vorbereitung, - gerade in Lake Louise, wo der gesamte Weltcup-Tross im gleichen Hotel wohnt -, auch Freundinnen wiederzusehen. Nicht nur teamintern, sondern auch international hat Hütter einige Freundschaften geschlossen. "Die Ragnhild Mowinckel, das ist eine ganz Liebe. Oder auch die Tina (Weirather) - mit der bin ich raufgeflogen. Es sind schon ein paar Liebe dabei", erzählte Hütter und schränkte schmunzelnd ein: "Vom Start bis ins Ziel sind wir Konkurrentinnen."




teilen
0