Höck an Ringen nicht optimal: WM-Finale als 16. verpasst

Leider gelang Vinzenz Höck seine Weltmeisterschafts-Kür an den Ringen am Sonntag bei Weitem nicht nach Wunsch. Dennoch erreichte der 23-jährige Grazer mit 14.300 Punkten – wie nun nach dem Ende der zweitägigen Qualifikationsbewerbe feststeht – in Stuttgart den 16. Platz. Im Feld von 201 WM-Ringeturnern aus 92 Ländern ist das der historisch beste österreichische Rang an diesem Gerät. Und ein weiterer Fortschritt nach der 17. bzw. 20. Position in den beiden Vorjahren.

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Höck an Ringen nicht optimal: WM-Finale als 16. verpasst

Was für Höck allerdings schon bei dieser Weltmeisterschaft möglich gewesen wäre, zeigte Ibrahim Colak am besten: Der Türke führt an den Ringen nach dem WM-Vorkampf mit 14.858 Punkten. Noch bei der Universiade im Juli hatte Vinzenz Höck ex aequo mit Colak und 14.800 Punkten die Silbermedaille gewonnen.

Zur Einordnung: Höcks Universiade-Wertung hätte in der Stuttgarter WM-Qualifikation den zweiten Platz bedeutet. Mit seinen zuletzt im Weltcup gezeigten Leistungen hätte Höck bei der WM ebenfalls den Einzug ins WM-Finale der besten Acht geschafft. Österreichs Nr. 1 turnte mit 6.2 in Stuttgart die vierthöchste WM-Schwierigkeitsnote. Doch ein Handstand-Ausführungsfehler und eine Halteelement-Zeit-Penalty kosteten die entsprechende Belohnung.

Wie im Vorfeld erwartet, brachte die laufende Weltmeisterschaft in Stuttgart aktuell noch keine positive Entscheidung über die Qualifikation eines österreichischen (männlichen) Kunstturners für die Olympischen Spiele. Vinzenz Höck verpasste die zwölf am Montag zusätzlich zu den ebenfalls zwölf Tokio-Teamslots direkt über den Mehrkampf vergebenen Einzelplätze um doch deutliche 13 Positionen. Entgegen der eigenen Vorab-Einschätzung hätte er es allerdings jetzt bereits in der Hand gehabt.

Denn Vinzenz Höcks nicht nach Wunsch gelaufene WM-Ringekür und ein Patzer am Barren hatten wertvolle Punkte gekostet – mehr als für die direkte Olympia-Qualifikation notwendig gewesen wären. Die Tür öffnete sich somit für einige unerwartet vorbei gezogene Konkurrenten. Denn stärker als Höck geturnt habende Mehrkampf-Mitbewerber aus Vietnam, Chile, Argentinien, Tschechien oder Norwegen hatte man in der ÖFT-Teamführung vorher nicht unbedingt auf der Rechnung gehabt.

Es geht nun darum, ob, wann und wie viele „Re-Allocation“-Plätze aus anderen Qualifikationsweichen für Tokio 2020 wieder in das Mehrkampfergebnis der WM 2019 zurück gerechnet werden. Einen Überblick über diesen komplizierten Modus findet man anbei. Etwas lichten wird sich der Nebel bereits nach den WM-Gerätefinale am kommenden Wochenende. Dennoch ist es nach wie vor nicht unmöglich, dass Höcks WM-Mehrkampf-Leistung am Ende die Olympia-Qualifikation bedeutet. Sollte dies in der rückbezüglichen Berechnung jedoch nicht der Fall sein, bleiben zwischen März und Mai 2020 die weiteren Qualifikationswege über den Einzelgeräte-Weltcup oder den EM-Mehrkampf. Beides erscheint aus heutiger Sicht realistisch.

In der unbereinigten WM-Mehrkampfwertung landete Vinzenz Höck auf Platz 61. Alexander Benda (St) schloss die WM als 83. des Mehrkampfs ab. Im insgesamt 258-köpfigen WM-Feld folgte ihm Matthias Schwab (V) auf dem 119. Platz.



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