Was macht eigentlich

Hannes Kronthaler ist ein Erfolgsgarant - Eine Vereinsführung braucht wirtschaftliche Strategien

Die Faszination für den Volleyballsport und jede Menge wirtschaftliches Talent liegen Ing. Mag. Hannes Kronthaler im Blut. Anders kann es nicht sein. Kronthaler hat sein Leben dem Spitzensport verschrieben und konnte mehrere österreichische Meistertitel holen. Er selbst hat alles erreicht, was man erreichen kann und wurde als Rekordnationalspieler gefeiert. Bis zum Alter von 37 Jahren stand der Ausnahmeathlet mit seinen 1,90 Metern Körpergröße noch selbst am Volleyballfeld. Noch während er als Profi auf dem Sportparkett aktiv war, übernahm er einen Tiroler Verein und schaffte das, was nur wenige schafften. Mit den Hypo Tirol AlpenVolleys machte der Geschäftsführer kurzerhand einen Innsbrucker Verein zu einem deutschen Ligaclub. Wie es dazu kam, erzählt die Hintergrundstory von Hannes Kronthaler, dem Erfolgsgaranten.

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Hannes Kronthaler ist ein Erfolgsgarant

Fachkundige und Kenner bezeichnen Hannes Kronthaler als den besten heimischen Volleyball- spieler aller Zeiten. Im österreichischen Spitzenfeld hat der Ex-Profi alles erreicht, was man erreichen kann. Ein Rückblick: Als Kind beginnt Kronthaler mit dem Kunstturnen. Lange übt er die Faszination für sich aus, ehe er mit 16 Jahren auf den Volleyballsport umsteigt. Drei Jahre lang sollte es dauern, bis Kronthaler seine Heimat Tirol hinter sich ließ, um sich in Wien neben dem Studium einen Namen zu machen. Seine Wege kreuzten sich mit „Mister Volleyball“ Peter Kleinmann, der dem jugendlichen Kronthaler Freund und Mentor zugleich wurde. Bis sich letztlich die Wege trennten. Kronthaler stand bis zu seinem 37. Lebensjahr auf dem Volleyballfeld und zeichnet für die visionäre Idee der Gründung der Hypo Tirol AlpenVolleys verantwortlich. „Das Konstrukt der AlpenVolleys ist für mich der einzig richtige Schritt gewesen. Wir haben die uns gesetzten Ziele im ersten Jahr schon übertroffen“, beginnt Hannes Kronthaler zu erzählen. Aber alles von Anfang an.

Visionen in die Realität umsetzen...

...das ist Kronthalers Geheimnis. Im Jahr 2016 vergab die VBL (Volleyball Bundesliga) für die Spielsaison 2017/18 erstmals eine Wildcard für die höchste deutsche Spielklasse. „Wenn ein Verein die Auflagen der deutschen ersten Liga erfüllen kann, dann ist man schon ein heißer Kandidat für die Wildcard“, so Kronthaler und ergänzt: „Die Auflagen sind die höchsten, die es gibt“. Und eben jene Auf- lagen kennen die Spieler bereits aus der Champions League, an der die Tiroler als Hypo Tirol Volleyballteam zwölf Jahre lang teilnahmen. Angesichts der fehlenden Konkurrenz in Österreich gingen sie eine Kooperation mit dem ehemaligen deutschen Pokal- sieger und Vizemeister TSV Unterhaching ein. Sozusagen die Geburtsstunde der „AlpenVolleys“, ein deutscher Verein, der Heimspiele auf Tiroler Boden austrägt. Mit diesem Projekt startete Hannes Kronthaler eine Revolution, die bereits Früchte trägt. Aus der ersten Premierensaison kehrten die AlpenVolleys mit einer Bronzemedaille in der Bundes- liga nach Tirol zurück.

Hand in Hand den Spitzensport in Innsbruck etablieren

Die Anforderungen, aber vor allem die Auflagen in der Bundesliga sind hoch. „Wenn man um eine Wildcard ansucht, dann muss man nicht wie andere Vereine erst nach acht Jahren, sondern von Anfang an die höchsten Auflagen erfüllen. Das war für uns weniger ein Problem, da wir ja seit zwölf Jahren in der Champions League spielen“, betont Kronthaler und ergänzt: „Mit dem Aufstieg in die höchste Liga wurden auch infrastrukturelle Maßnahmen des Austragungsortes notwendig. Der Verein musste LED-Banden um 160.000 Euro kaufen. Wir tragen mindestens acht Spiele in Innsbruck aus, letztes Jahr waren es elf. Damit bringen wir nicht nur internationale Spitzenspiele, sondern auch dementsprechend mehr Zuseher nach Innsbruck“, stellt der Manager klar.

Olympiahalle ist Austragungsort

Nach den ersten Gesprächen mit der Geschäftsführung der Olympiaworld wurde dem Verein sogleich Unterstützung zugesagt. Denn um die Olympiaworld binnen weniger Stunden in eine Ballsporthalle umzubauen sind ausziehbare Tribünen die Voraussetzung. „Die Errichtung einer neuen Halle würde an die 35-40 Millionen Euro kosten“, so Kronthaler, der von einem Investitionsvolumen von 250.000 Euro für die neuen Tribünen spricht. „Damit ist eine Win-Win-Situation für alle Vereine in Innsbruck entstanden“, ist sich Kronthaler seiner Philosophie dahinter sicher. „Der Spitzensport muss in der Olympiaworld oberste Priorität haben und nicht die Blasmusikvereine“.

„Wir haben immer die Wahrheit gesagt und niemals Schulden gemacht“

Um dauerhafte Erfolge erzielen zu können, muss auch die wirtschaftliche Führung eines Vereins stets im Vordergrund stehen. „Ich habe immer gesagt, der Sport gehört zur Wirtschaft und man muss den Sponsoren auch etwas bieten können“, weiß der ambitionierte Unternehmer, der nach der HTL-Ma- tura und einem Studium der Betriebswissenschaf- ten an der Wirtschaftsuniversität Wien seit 1999 die Geschicke eines erfolgreichen Unternehmens als Geschäftsführer leitet.

„Die Erfolgsstrategie liegt darin, dass wir den Verein von Anfang an wie ein professionelles Unternehmen geführt haben. Es gibt einen Geschäfts- führer, ein Präsidium und einen Aufsichtsrat, so dass auch die Geldgeber darüber informiert sind, worin laufend investiert wird. Außerdem haben wir langjährige kompetente Mitarbeiter, die hauptberu- flich im Verein arbeiten“, beschreibt Kronthaler den wirtschaftlichen Erfolg. „In den VIP-Bereich geht man ja nicht, um sich ein Spiel anzuschauen, sondern um in entspannter Atmosphäre mit gleichgesinnten Wirtschaftlern zu networken. Das Prinzip war im- mer dasselbe und hat sich im Laufe der Jahre auch nie verändert“. Seit Hannes Kronthaler dem Verein vorsteht, wurde das Budget von vormals 7.000 Euro auf insgesamt 1,5 Millionen Euro ausgeweitet. Nicht zuletzt dank, der Unterstützung der Hypo Tirol und Hannes Haid. "Ohne hauptberufliche und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und der intensiven Verbundenheit zur Wirtschaft, kann ein Verein nicht dauerhaft funktionieren".

„Im Leistungssport zählt eben nur die Leistung“

Hannes Kronthaler äußert sich über die Nachwuchsarbeit in Tirol zweigeteilt. „Das Grundproblem der Nachwuchsarbeit in Österreich ist, dass die Klassifizierung fehlt“, so der Manager. „Wenn ein Jugendlicher mit 15 Jahren unter 1,80 Meter groß ist, wird er im Profi-Volleyballsport nie Erfolg haben“. Was sich im ersten Moment nach Kritik anhört, erklärt der Ex-Volleyballprofi so: In den unteren Klassen empfiehlt Kronthaler den Kindern und Jugendlichen den Spaß am Sport zu vermitteln, zu lehren, wie man springt und richtig hinfällt. Und er betont, wie wichtig es sei, auch den Druck, Tiroler Meister werden zu müssen, von den Kindern und Jugendlichen zu nehmen. Erst ab der U17 sollten Nachwuchssportler vier Mal wöchentlich und dafür umso konsequenter trainieren. „Selbstdisziplin, Ehrgeiz und keine Ausreden zu haben - das sind die Eckpfeiler des Erfolges“, möchte der Ex-Profisportler dem Nachwuchs mit auf den Weg geben. „Aber so lange Kinder mit einem Bayern-München-Dress herumlaufen, gibt es in Österreich noch viel zu tun“, betont der Erfolgsgarant abschließend mit einem Lächeln auf den Lippen.

Textquelle: MySportMyStory/St

Hannes Kronthaler ist ein Erfolgsgarant


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