Globeair Grande Finale der Boss GP in Monza

„The cars are the stars“, heißt das Motto der BOSS GP Racing Series. Seit über 25 Jahren begeistert eine einzigarte Mischung aus Formel-1-Wagen und anderen Monopostos Fans in ganz Europa. Doch auch ihre Piloten beweisen Rennen für Rennen, dass sie nicht nur den Mut haben, mit den schnellsten Rennwagen des Planeten Rennen zu fahren, sondern auch im Stande sind, damit spannenden und actionreichen Sport zu bieten. Das zeigte auch das diesjährige GlobeAir Grande Finale der Rennserie auf der italienischen Formel-1-Strecke von Monza.

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Siebenter Saisonsieg für Ghiotto in Monza bei der Boss GP

OPEN-Klasse
Fünf Saisonsiege waren für Ingo Gerstl (AUT, Top Speed), dem Meister der Jahre 2008 und 2016 bis 2020, zu wenig, um seinen Titel abermals zu verteidigen. Schon auf der Startaufstellung zu Rennen 1 machte der Toro Rosso STR1 des Polesetters Probleme. Ein Sensorproblem im Getriebe führte dazu, dass Gerstl sein Formel-1-Auto gleich zu Beginn des Rennens sicherheitshalber parkte. Damit schlug die Stunde von Ulf Ehninger (GER, ESBA Racing), der in diesem Jahr eine deutlich sichtbare Steigerung hinlegte und in jedem Rennen, an dem er teilnahm, punktete. Nach dem Sieg beim ersten Rennen der Saison in Mugello folgten vier weitere Podestplätze und beim Grande Finale in Monza auch noch ein Doppelsieg, der dem Deutschen im F1-Benetton B197 den Titel 2021 bescherte. 

FORMULA-Klasse
In Sachen Meistertitel war in der Klasse von Formel 2, WSbR, Auto GP & Co. bereits alles entschieden. Das hielt den nun dreifachen BOSS GP-Meister Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio) allerdings nicht davon ab, noch einmal zuzuschlagen. Gleich zweimal wurde die italienische Flagge für den Lokalmatador bei der Siegerehrung gehisst, gleich zweimal sicherte sich der Fahrer und Teamchef in Personalunion den Sieg. Neun Podestplätze, davon sieben Siege in zehn Rennen sprechen eine deutliche Sprache für den alten und neuen Champion. Während Ghiotto nach dem ersten Rennen von einem „einfachen Sieg“ sprach und mit dem dritten Platz von Teamkollege Walter Steding (GER, Scuderia Palladio) einen weiteren Grund zum Jubeln hatte, mischte in Rennen 2 der Regen die Karten neu. Auf Regenreifen gestartet wechselte Ghiotto bei besser werdenden Bedingungen auf die P-Zero-Trockenreifen von Pirelli. Ghiottos erfahrene Crew lieferte einen perfekten Boxenstopp ab, und verhalf ihrem Chef damit zum Sieg. Mit den frischen Slicks konnte der Italiener den lange führenden Paul O‘Connell (IRL, HS Engineering), der selbst durch ein sehenswertes Manöver in der ersten Lesmo-Kurve in Front ging, noch einholen und kurz vor Schluss überholen. BOSS GP-Rookie O’Connell riskierte mit dem Start auf Slicks viel und wurde mit Platz 2 dafür belohnt. Ebenfalls beeindruckend war die Leistung eines weiteren Newcomers bei schwierigen Bedingungen: Thomas Jackermeier (GER, Top Speed) war durch diverse Reifenwechsel der Konkurrenten plötzlich in Führung gegangen: „Am Freitag bin ich den Toro Rosso STR3 gefahren, mit dem Sebastian Vettel hier zum ersten Mal gewonnen hat, jetzt stehe ich selber – auch im Regen – auf demselben Podium. Das ist mega cool!“, war der Fanatec-CEO verständlicherweise aus dem Häuschen. Simone Colombo reichte nach Platz 2 am Vortag ein vierter Rang für den Vizetitel in der FORMULA-Wertung vor Teamkollege Luca Martucci (beide ITA, MM International).

Ulf Ehninger (BOSS GP OPEN-Meister 2021), ESBA Racing: „Ich hätte nie erwartet, dass sowas überhaupt möglich ist. Wir sind vor zwei, drei Jahren mit dem Benetton hier angekommen und hatten wenig Ahnung. Am Mittwoch vor dem Finale wussten wir noch nicht einmal, ob wir es hierherschaffen, weil noch Teile vom Getriebe und der vorderen Radaufhängung gefehlt haben. Wir haben eingeladen und sind nach Monza gefahren … dass das jetzt mit einem Meistertitel endet, ist unglaublich. Wir sind von der BOSS GP-Familie so toll aufgenommen worden – jeder hilft, wo es geht. Wir kommen wieder!“ 

Marco Ghiotto (BOSS GP FORMULA-Meister 2021), Scuderia Palladio: „Für mich war es eine fantastische Saison. Ich habe sieben von zehn Rennen gewonnen – besser geht’s fast nicht mehr. Heute muss ich mich bei meinen Mechanikern bedanken. Ihre Erfahrung (einige arbeiten u.a. bei Prema in der Formel 2; Anm.) hat sich beim Boxenstopp bezahlt gemacht. Ich werde nächstes Jahr wiederkommen, es macht echt Spaß und mit meinem Team habe ich eine wirklich schlagkräftige Truppe.“

Paul O‘Connell (Zweiter Platz FORMULA Monza 2021), HS Engineering: „Bei uns auf der Insel haben wir oft solche Bedingungen, darum habe ich gepokert und Slicks riskiert. Am Ende hat es sich ausgezahlt, es hat ein paar sehr nasse Stellen gegeben, wie die Curva Grande, aber es ist Runde für Runde besser geworden. Ich hatte einen echt guten Rhythmus, nur am Ende ist dann Marco Ghiotto angeflogen gekommen – er war klar schneller. Trotzdem bin ich super happy, es war ein Mega-Rennen.“

Dr. Willie Beck, Serienkoordinator BOSS GP Racing Series: „Man sieht, dass unsere Arbeit Früchte trägt. Die Driving Standards haben sich deutlich verbessert, heuer gab es keinen größeren Unfall. Wir haben bewiesen, bei uns kann man mit schnellen Autos vernünftigen Motorsport betreiben. Für nächstes Jahr wünschen wir uns ein noch größeres Starterfeld. Wir freuen uns über jeden F1, GP2, aber auch etwas ältere Wagen wie z.B. Formel 3000, die seit heuer mit der Klasse SUPER LIGHTS eine günstigere und dennoch vollwertige Plattform innerhalb der BOSS GP Racing Series bekommen haben.“

Erstes Podest für Jackermeier in der Boss GP


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