Federer im 400. Slam-Match ins Paris-Achtelfinale

Mit seinem Vater Christian Ruud ist es 1999 in Roland Garros nur zu einem Training gekommen. 20 Jahre später hat der unverwüstliche Roger Federer am Freitag den Angriff des Sohnes abgewehrt. Federer setzte sich nach 2:11 Stunden bis auf einen engen dritten Satz sicher gegen Casper Ruud mit 6:3,6:1,7:6(8) durch und steht nach seinem insgesamt 400. Grand-Slam-Match schon im Achtelfinale von Paris.

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Roger Federer setzte sich gegen Casper Ruud mit 6:3,6:1,7:6(8) durch

Federer, der Statistiken liebt, hat damit schon wieder eine neue Bestmarke gesetzt. "400 Matches sind eine Menge. Als ich den 1.000. Sieg gefeiert habe, das hat mich besonders berührt." Auf so viele Matches hat es vor ihm weder bei den Herren noch bei den Damen jemand bei Majors gebracht. Zusätzlich ist er auch gleich einmal mit 37 Jahren und 305 Tagen der älteste Grand-Slam-Achtelfinalist seit Jimmy Connors (US Open 1991).

"Vor ein paar Monaten wusste ich nicht, was ich erwarten kann, jetzt bin ich glücklich. Das erste Ziel ist mit dem Erreichen der vierten Runde erreicht", meinte Federer nach dem Sieg über den talentierten Norweger. "Ich werde weiter versuchen, so frei wie möglich zu spielen, auch wenn ich im nächsten Match wieder Favorit sein werde. Das Wichtigste ist, dass ich weiß, dass der Körper hält." Dass der Schweizer bei seinem ersten French-Open-Auftritt seit vier Jahren schon wieder im Achtelfinale steht, überrascht eigentlich nicht, dennoch ist die Selbstverständlichkeit verblüffend.

Der Weltranglisten-Dritte hat in den ersten drei Runden noch keinen Satz abgegeben und auch vor dem Achtelfinal-Gegner, den Argentinier Leonardo Mayer, muss sich der "Federer-Express" nicht fürchten. Ob er aber auch tatsächlich für den Titel in Frage kommt, wird sich erst bei den größeren Kalibern zeigen.

Rafael Nadal hatte seinen ersten größeren Test schon in Runde drei gegen den starken Belgier David Goffin. Der als Nummer zwei gesetzte Sandplatz-König schien zunächst erneut unantastbar, ehe Goffin nach einem 1:6,3:6-Rückstand dem elffachen French-Open-Sieger mit 6:4 den ersten Satz des Turniers abnahm. "David hat sehr gut gespielt. Ich habe das Match auf gutem Niveau begonnen, dann hat sich David im dritten Satz gut gesteigert. Es war wichtig, dass ich den vierten Satz gewonnen habe. Ich bin sehr zufrieden, dass ich wieder im Achtelfinale stehe", sagte Nadal auf Französisch auf dem Center Court. Auch Nadals nächster Gegner ist mit Juan Ignacio Londero ein Argentinier.

Bei den Damen ist nach der erkrankten Kiki Bertens (NED-4) mit Karolina Pliskova die zweite Top-4-Spielerin ausgeschieden. Die als Nummer 2 gesetzte Tschechin, die als frisch gebackene Rom-Siegerin nach Paris gekommen war, musste sich völlig unerwartet in der dritten Runde der Kroatin Petra Martic (Nr. 31) mit 3:6,3:6 beugen.

Das bedeutet auch, dass die zuletzt zweifache Major-Siegerin Naomi Osaka unabhängig von ihrem weiteren Abschneiden beim größten Tennis-Sandplatz-Event Nummer eins der Welt bleiben wird. Pliskova war die letzte von vier möglichen Kandidatinnen auf eine Ablöse der Japanerin im Bewerb.

"Ich denke, dass es enger war, als es das Resultat zeigt", meinte eine enttäuschte Pliskova. Sie habe in mehreren Games Chancen gehabt, diese aber nicht genutzt. Die 27-Jährige machte doppelt so viele unerzwungene Fehler wie ihre Kontrahentin und beklagte sich danach über einen (zu) langsamen Center Court. "Sie hat clever und geduldig gespielt. Ich habe einfach zu viele Fehler gemacht", lautete das Kurz-Resümee von Pliskova.




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