Dovizioso schnappte Marquez Spielberg-Sieg weg

Auch der beste Marc Marquez aller Zeiten hat nicht verhindert, dass Österreich in der MotoGP Ducati-Land bleibt. Nach einem packenden Zweikampf setzte sich Andrea Dovizioso am Sonntag auf dem Red Bull Ring dank eines Manövers in der letzten Kurve vor dem in Österreich weiterhin sieglosen Weltmeister durch. Dovizioso verkürzte mit dem zweiten Saisonsieg den WM-Rückstand auf Marquez auf 58 Punkte.

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Dovizioso gelang der Sieg in Spielberg

Während damit auch die vierte Auflage seit der Rückkehr der MotoGP auf die steirische Power-Strecke mit einem Ducati-Sieg endete, muss sich Marquez ein weiteres Jahr gedulden, um den letzten weißen Fleck seiner Karriere auszulöschen. Der Ring in Spielberg ist die einzige Strecke im aktuellen WM-Kalender, auf der Siebenfach-Weltmeister Marquez noch nicht gewonnen hat.

Dabei war der Gewinner von 50 MotoGP-Rennen auch diesmal wieder ganz knapp dran. Mit einer Rekordrunde hatte er sich am Samstag zunächst die Pole in Spielberg gesichert. Zwar erwischte am Sonntag Yamaha-Pilot Fabio Quartararo die beste erste Rennrunde, bald aber zogen Dovizioso und Marquez am Franzosen vorbei.

Was folgte war eine doppelte Vorentscheidung, weil Jack Miller stürzte und Marquez an Dovizioso vorbei an die Spitze fuhr. Der Spanier, der gerne vorne weg fährt, hatte aber nicht die optimalen Reifen, um sich zu lösen. Deshalb hatte er den kampflustige Italiener auf der PS-starken Ducati ständig am Hinterrad sowie mehrmals neben oder vor sich.

Um sich nicht wie vor zwei Jahren in Spielberg auf eine Entscheidung in der letzten Kurve einlassen zu müssen, startet Marquez drei Runden vor Schluss seine Attacke. Zwischen dem Schräglagen-Weltrekordler und dem Vizeweltmeister ging es hin und her, und am Ende kam es dann doch so, wie von Marquez nicht gewollt. Dovizioso stach in der letzten Kurve (10) innen hinein und ließ einen verdutzten Weltmeister zurück. Vor zwei Jahren hatte dieser selbst versucht, dort an "Desmodovi" vorbeizukommen und war gescheitert.

Bei Dovizoso ging es diesmal aber auf, womit nach 2016 (Andrea Iannone), 2017 (Dovizoso) und 2018 (Jorge Lorenzo) erneut ein Ducati-Fahrer in Österreich gewann. Das "Last-Corner-Duell" gegen Marquez steht mittlerweile 5:1 für Dovizioso.

"Ich habe echt etwas Verrücktes probiert, und manchmal geht es eben auf", gestand Dovizioso lachend. "Ich hätte ja nicht gedacht, dass es sich ausgeht, weil ich nicht so bremsen kann wie Marc. Aber in der letzten Kurve muss man es einfach probieren. Schlimmstenfalls wäre ich Zweiter geworden", sagte Dovizioso und ergänzte: "Das ist für Ducati und Luca!" Ducatis MotoGP-Pressesprecher Luca Semprini war vor einer Woche in Brno 35-jährig unerwartet verstorben.

Marquez war trotz seines 87. MotoGP-Podests sichtlich enttäuscht. "Wir haben Fehler gemacht. Grip und Ausdauer des Hinterreifens waren nicht normal", führte der Spanier das verlorene Rennen auf die Reifenwahl zurück. "Ich hab es halt irgendwie gemanagt und bin auch über Platz zwei glücklich", meinte er etwas halbherzig. "Es geht ja immer auch um die WM. Ich habe jetzt immer noch 58 Punkte Vorsprung, in Silverstone geht's weiter."

Für KTM bklieb beim großen Heim-Auftritt der Sieg von Brad Binder in der Moto2 der Höhepunkt des Tages. Im MotoGP-Rennen fiel Hoffnungsträger Pol Espargaro mit Defekt früh aus, dem Spanier brachte damit das Österreich-Rennen auch zum dritten Mal in Folge kein Glück. Der zweite Fahrer im Red Bull KTM Factory Team, Johann Zarco, wurde Zwölfter.

Bester KTM-Pilot wurde somit als starker Achter Miguel Oliveira vom Satellitenteam Tech 3. Der Portugiese war mit einer brandneuen RC16 unterwegs, nächstes Jahr wird Binder sein neuer Teamkollege. KTM verkündete am Sonntag zudem, bis mindestens 2026 in der MotoGP zu bleiben.

Ein Lebenszeichen gab es in Österreich von Valentino Rossi. Als Vierter hinter Dovizioso, Marquez und Quartararo verzeichnet der 40-jährige "Doktor" sein bestes Ergebnis seit Platz zwei im April in Austin.




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