Damen machen bei Weltcup-Auftakt wieder den Anfang

"Ladies first" heißt es wie immer beim Alpinski-Weltcupauftakt in Sölden. Der Damen-Riesentorlauf am Samstag ist das erste Weltcuprennen unter Corona-Bedingungen, also auch ohne Fans an der Piste. Sportlich geht die junge Neuseeländerin Alice Robinson als Titelverteidigerin an den Start eines Rennens, in dem mit Mikaela Shiffrin und der zurückgetretenen Viktoria Rebensburg zwei RTL-Olympiasiegerinnen fehlen. Die ÖSV-Damen hoffen auf weitere Besserung.

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Podestplätze sind für Katharina Liensberger möglich

Denn der Riesentorlauf ist nominell die aktuell nach wie vor schwächste Disziplin der Frauen von Christian Mitter, der in seinem zweiten Jahr als Rennsportleiter aber mit acht Läuferinnen in den Top 30 und zwei in den Top 15 eine bemerkenswerte Dichte vorweisen kann. Für den Damenchef sind gute Startnummern essenziell, da hapert es in seiner Truppe aber noch etwas.

"Wir sind noch nicht ganz dort. Ich erwarte aber, dass wir uns weiter nach vorne arbeiten", fordert Mitter von seinen Fahrerinnen vollsten Einsatz und auch dass jene, die es in den zweiten Durchgang schaffen, dort nochmals riskieren.

Mitter wehrt sich hingegen gegen die Annahme, dass nur die üblichen Verdächtigen wie Federica Brignone (jagt den Italien-Rekord von 16 Siegen Deborah Compagnonis), Tessa Worley, Petra Vlhova, Marta Bassino oder die wiedergenesene Schweizerin Wendy Holdener in Sölden ganz vorne zu erwarten seien. "Das war ja im Vorjahr auch nicht so", verwies er auf Sensationssiegerin Robinson, die am Rettenbachferner mit 17 Jahren zum Premierensieg carvte. "Ich hoffe schon, es kommt vorne wieder ein Wirbel rein."

Das Podest ist zwar eine hohe Latte für seine seit 32 Rennen im RTL sieglosen Damen. "Aber wir wollen in den zweiten Durchgang und dort unsere Chance nützen", gab Mitter die Linie vor. Klar sei natürlich, "dass mit Startnummer 30 selbst eine Weltklasseleistung nicht zum Gewinnen genügen wird." Aber Katharina Liensberger etwa bewies im Vorjahr als Lienz-Dritte, dass zumindest Podestplätze möglich sind. Es war freilich nach Stephanie Brunners drittem Platz 2018 in Killington der erst zweite Podestplatz seit dem letzten RTL-Sieg einer Österreicherin, für den seit März 2016 (Jasna) immer noch Eva-Maria Brem verantwortlich zeichnet.

In Sölden fehlte Liensberger vergangenes Jahr noch wegen ihres misslungenen Markenwechsels. Mit Bernadette Schild verletzte sich die Halbzeit-Beste, dafür überraschten Lokalmatadorin Franziska Gritsch (7.) und Ramona Siebenhofer (10.). Bernadette Schild und Stephanie Brunner geben am Samstag (10.00/13.00 Uhr, live ORF 1) Comebacks. "Das Knie und mein Skifahren sind in Ordnung. Wenn ich Samstag zwei Mal runterfahren kann, ist für mich ein großer Schritt gesetzt", sagte die Salzburgerin. Brunner ist nach drei Verletzungen in kürzester Zeit vor ihrem ersten Weltcup-Rennen seit 21 Monaten nicht bang. "Ich bin bereit", versicherte die Tirolerin.

Die übrigen ÖSV-Damen gehen ebenfalls zuversichtlich ins große Heimrennen, das auf dem anspruchsvollen Gletscher-Hang auf 3.000 m Seehöhe wie immer zu einem echten Härtestest wird. "Zu wissen, dass man da mal gut abgeliefert hat, gibt einen Extraschub Selbstvertrauen. Auch wenn die Uhren bei Null stehen", ist Siebenhofer überzeugt.

Und Gritsch freut sich trotz fehlender Heim-Fans: "Wenn ich an letztes Jahr denke, kommen richtig schöne Gefühle auf. Vielleicht ist ja der Vorteil diesmal, dass etwas mehr Ruhe am Hang herrscht", hofft die Ötztalerin. Im Vorjahr glänzte sie mit Startnummer 37, diesmal fährt Gritsch schon mit einer um die 20.




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