Dakar 2022 - Etappe 11: Walkners Chance auf den Sieg lebt

Sam Sunderland (GasGas) steht vor seinem zweiten Gesamtsieg bei der Rallye Dakar. Der 32-jährige Brite brachte sich am Donnerstag auf der 11. und vorletzten Etappe in eine exzellente Ausgangsposition für den Schlusstag. Sunderland belegte hinter Titelverteidiger Kevin Benavides (KTM) den 2. Platz im Tagesklassement und eroberte damit die Führung in der Gesamtwertung zurück.

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Rallye Dakar 2022 Etappe 11

Am Ende der 346 Kilometer langen Schleife mit Start und Ziel in Bisha musste sich Sunderland Benavides nur um vier Sekunden geschlagen geben. Der Österreicher Matthias Walkner (KTM) holte den 4. Rang auf der 11. Etappe und rückte damit auf den 2. Platz in der Gesamtwertung auf. Allerdings liegt Walkner bereits mehr als sieben Minuten hinter Sunderland und muss damit am Freitag auf ein Wunder hoffen, doch noch seinen zweiten Gesamtsieg bei der Rallye Dakar zu holen.

Die vorletzte Etappe war von taktischen Spielchen der beiden Erzrivalen KTM und Honda geprägt. So ließen sich Toby Price (KTM) und Luciano Benavides (von der KTM-Tochter Husqvarna) aus den vordersten beiden Startpositionen bereits auf den ersten Kilometern hinter Honda-Mann Joan Barreda zurückfallen. Der Spanier war mit 8:47 Minuten Rückstand als aussichtsreicher Gesamtfünfter in die 11. Etappe gestartet, musste seine Chancen als Führungsfahrer in den saudi-arabischen Dünen aber früh begraben. Am Ende verlor Barreda 25 Minuten auf die Siegerzeit von Benavides.

Sunderland konnte indes von der 17. Startposition frei Gas geben und bekam früh die vor ihm gestarteten KTM-Fahrer Danilo Petrucci und Mason Klein als Geleitschutz bereitgestellt. Bei Kilometer 127 lag der britische Fahrer der KTM-Tochter GasGas bereits in Führung und gab diese bis zur letzten Zwischenzeit nicht mehr ab.

Benavides, der nur von Position 33 gestartet war, hielt als einziger Fahrer im gesamten Feld mit den guten Zwischenzeiten von Sunderland mit und lag nie mehr als 55 Sekunden hinter dem Briten. Ab Kilometer 214 verkürzte der Argentinier seinen Rückstand und brachte letztlich einen Vorsprung von vier Sekunden ins Ziel. Für Benavides ist der Etappensieg die Genugtuung, nachdem er am Vortag mit einem Motor-Defekt ausgeschieden war und seine Hoffnungen auf den Gesamtsieg begraben musste.

Im Honda-Lager ruhten nach den taktischen Spielchen gegen Barreda die Hoffnungen nur noch auf Pablo Quintanilla, der als Zweitplatzierter der Gesamtwertung an der zehnten Startposition in die vorletzte Etappe ging. Der Chilene hielt sich auf den ersten 127 Kilometern gut in den Top-5 des Tagesklassements, verlor dann aber auf nur 42 Kilometern vier Minuten auf Sunderland, womit auch seine Chancen auf den Gesamtsieg schwanden. Mit 7:40 Minuten Rückstand belegte er schließlich den 6. Rang im Tagesklassement.

KTM-Ass Matthias Walkner, als 26. In den Tag gestartet, lag bei der ersten Zwischenzeit noch vor Sunderland, büßte bis Kilometer 214 aber fast fünf Minuten auf den Briten ein. Bis ins Ziel hielt er dann die Zeit des Gesamtführenden und belegte mit einem Rückstand von 4:54 Minuten den 4. Platz. Das Podest verpasste Walkner um zweieinhalb Minuten. Hinter Benavides und Sunderland sorgte der Portugiese Joaquim Rodrigues für einen weiteren starken Auftritt der indischen Marke Hero. Bereits in der ersten Woche hatte er dem Fabrikat den ersten Etappensieg bei einer Rallye Dakar gebracht.

Adrien van Beveren spielte auf der 11. Etappe überhaupt keine Rolle. Der französische Yamaha-Fahrer büßte seine Gesamtführung bereits in der Startsektion ein und verlor bis zur ersten Zwischenzeit 13 Minuten auf Sunderland. Bis ins Ziel vergrößerte sich sein Rückstand auf 21:33 Minuten, womit er im Gesamtklassement chancenlos ist.

Sunderland steht nun unmittelbar vor dem zweiten Dakar-Gesamtsieg seiner Karriere. Der Sieger des Jahres 2017 liegt sieben Minuten vor Walkner und Quintanilla sowie 15 Minuten vor van Beveren. Barreda hat als Fünfter bereits fast eine halbe Stunde Rückstand. In den Top-10 folgen Ricky Brabec, Jose Ignacio Cornejo, Andrew Short, Mason Klein und Toby Price.

Die vorletzte elfte Etappe der Rallye Dakar 2022 in Saudi Arabien endete mit dem zweiten Tagessieg für Carlos Sainz im Hybrid-Audi. Es war Etappensieg Nummer 41 für 'El Matador' aus DSpanien. Sebastien Loeb wurde Zweiter im Prodrive vor Lucio Alvarez im Toyota. Der Gesamtführende Nasser Al-Attiyah verlor nur 4:21 Sekunden auf seinen härtesten Konkurrenten Loeb. Jetzt steht der Toyota-Pilot aus Katar vor seinem vierten Dakar-Erfolg. Al-Attiyah geht mit einem Vorsprung von 28:19 Minuten ín die zwölfte und letzte Etappe.

Die elfte und vorletzte Etappe führt die verbliebenen 74 Teilnehmer der Auto-Kategorie vom Biwak in eine Schleife nahe der Stadt Bisha. Die Wertungsprüfung geht über 346 Kilometer. Vor dem Start und nach der Zieldurchfahrt sind insgesamt weitere 155 Kilometer zu bewältigen.

Nach der kurzen Verbindungsetappe beginnt die Tagesprüfung über 346 Kilometer. Hauptsächlich geht es über Sand (42%) und teilweise sehr weichen Dünen (27%). Der restliche Streckenanteil besteht zumeist aus Geröll und Erde. Der Streckenverlauf bewegt sich zwischen 850 und 1.100 Höhenmetern. Insgesamt müssen auf dieser sogenannten Königsetappe sieben Waypoints vor dem Ziel angefahren werden.

Der vorletzte Tag der Marathonrallye wird höchstwahrscheinlich die Vorentscheidung über den Gesamtsieg bringen, denn die folgende letzte Etappe ist deutlich weniger anspruchsvoll.



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