Kurz erklärt,  Fanzone

A bis Z des Kletterns

V – wie Vier-Augen-Prinzip ist ein Fachausdruck aus dem Klettersport. Profi-Climber wissen, wovon die Rede ist. Aus Anlass der Kletter-WM in Innsbruck hat die MySportMyStory-Redaktion ein ABC des Kletterns für alle Interessierten zusammengestellt.

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online seit 06.10.2018, 17:00 Uhr
Katharina Saurwein (AUT) während der Boulder Qualifikation IFSC Climbing World Championships 2018 in Innsbruck

A: Als Ägypter wird eine Körperposition des Sportkletterns bezeichnet, bei der sich der Athlet der sogenannten Eindrehtechnik bedient. Das angewinkelte Knie des hinteren Beins zeigt dabei nach unten.

B Der Begriff Bouldern stammt aus dem Englischen und bedeutet „Felsblock“. Die Regeln: Klettern in Absprunghöhe, ohne Sicherung und weder mit Seil noch  mit Gurt.

C Campusboard nennt sich das ultimative Trainingsgerät für Kletterer, um Finger- und Armmuskulatur zu stärken.

D Als Deep Water Soloing bezeichnet man das Klettern ohne technische Hilfs- und Sicherungsmittel über tiefem Wasser. Ein Sturz endet im kühlen Nass.

E Das Expressset (auch bekannt unter dem Namen „Expressschlinge“) ist ein Sicherungsmittel im Klettern bestehend aus zwei Karabinerhaken verbunden durch eine vernähte Bandschlinge. Die Verbindung zwischen Seil, Expressset und Fixpunkt an der Wand lässt eine Zwischensicherung für den Kletterer entstehen.

F Ein Friend oder auch „Klemmgerät“ ermöglicht das Anbringen eines Fixpunktes in der Wand und kommt vor allem beim Felsklettern zum Einsatz.

G Als Grigri wird ein halbautomatisches Sicherungsgerät bezeichnet. Halbautomatisch bedeutet, dass das Grigri im Prinzip wie ein Sicherheitsgurt im Auto funktioniert.

H Fußtechnik: Heelhook: Ferse auf einem Tritt/Absatz auflegen + aktiv mit der Ferse am Tritt ziehen.

I Die IFSC, die International Federation of Sport Climbing ist der Dachverband des Wettkampfkletterns und Veranstalter der Weltmeisterschaften.

J Jump Contest: Die Kletterer starten an zwei fixen Griffen und versuchen durch einen Sprung den nächsten Griff zu erreichen. Diesen Satz, bei dem die Kletterer kurzzeitig durch die Luft segeln, nennt man „Dyno“.

K Kamin klettern beschreibt das Begehen einer senkrecht nach oben verlaufenden Spalte im Fels. Wie arbeitet sich ein Kletterer durch den Kamin nach oben? Durch Spreizen der Beine oder des gesamten Körpers.

L Als Lead oder auch „Vorstieg“ bezeichnet man eine der vier Disziplinen des Wettkampfkletterns (weitere: Bouldern, Speed und Kombination)

M Als Mantle könnte man sozusagen den „Muscle-up“ des Kletterns bezeichnen. Mantle ist eine Bewegung, die ausgeführt wird um sich an einem Vorsprung in den Stand aufzuschwingen.

N No-Hands Rest, also die „freihändige Rast“ setzt eine sichere Fußposition voraus und ermöglicht dem Klettern die Regeneration von Armen und Händen.

O Wenn ein Athlet eine Route „on sight“ durchsteigt, bedeutet das: Die Route war ihm völlig unbekannt (er hat auch keinem anderen Kletterer beim Begehen der Route zugesehen), dennoch braucht er lediglich einen Versuch.

P Die Klettertechnik Piazen oder auch „Hangeln“ wird vornehmlich in trittlosen Passagen an Seitgriffen (Risskante) ausgeübt. Der Kletterer bedient sich der Gegendrucktechnik.

Q Einen Routenabschnitt oder auch Boulder horizontal zu traversieren, nennt man Quergang.

R Begehungsstil Rotpunkt: Der Kletterer durchsteigt die Route ohne zu stürzen oder sich auszuruhen und bringt alle Zwischensicherungen (Expresssets) selbst an. Im Unterschied zu „on sight“ darf der Athlet vor der Rotpunkt-Begehung beliebig oft in der Route klettern.

S Der Spotter ist sozusagen die unsichtbare Sicherung des Boulderers. Der Spotter versucht den Kletternden im Fall eines Sturzes so zu sichern, dass er nicht unkontrolliert mit dem Kopf oder Rücken am Boden aufschlägt.

T Als Topo oder auch Topographie bezeichnet man die grafische Darstellung einer Kletterroute oder eines Klettergartens.

U Der Begriff Untergriff beschreibt horizontale Griffe in einer Wand. Das Besondere daran, diese Griffe können nur mit Zugrichtung nach oben gehalten werden.

V Entscheidend in punkto Sicherheitsangelegenheiten ist das Vier-Augen-Prinzip, sprich die wechselseitige Kontrolle der Kletterpartner.

W Für Kletterer ist es das weiße Gold. Magnesium (oder auch Chalk) ist die Waffe gegen feuchte Hände.

Y Yo-yo-ing: Bei einem Sturz während einer Routenbegehung im Vorstieg beginnt der Kletterer zwar erneut am Anfang der Route, Seil und Zwischensicherungen verbleiben jedoch in der Wand.

Z Ein Zwillingsseil ist ein Kletterseil, das nur im doppelten Strang verwendet wird und sich besonders gut für lange Route eignet.

 

Textquelle: MySportMyStory/Lp

 

Franziska Sterrer (AUT) während der Boulder Qualifikation IFSC Climbing World Championships 2018 in Innsbruck
Während der Boulder Qualifikation der IFSC Climbing World Championships 2018
Jakob Schubert im Halbfinale Verstieg der IFSC Climbing World Championships in Innsbruck
Jakob Schubert gewann bei Heim-WM Goldmedaille im Vorstieg
Ansicht der Wand während der IFSC Climbing World Championships 2018



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